Hallo zusammen!
Um unsere Reise zu beenden, haetten wir uns kaum einen schoeneren Fleck auf dieser Erde vorstellen koennen als die Iguazu-Wasserfaelle bei strahlend blauem Himmel und 30 Grad im Schatten. Ein absolutes Naturspektakel, das man kaum in Worte fassen kann und dem auch Bilder eigentlich nicht wirklich gerecht werden...
Hier die Bilder und Videos (Videos laufen nur in Picasa. Dazu bitte Doppelklick auf die Galerie):
Und so ein schoener Ort laesst einen natuerlich sehr wehmuetig auf das Ende einer so wunderbaren Reise mit so vielen tollen Erfahrungen blicken. Nichtsdestotrotz freuen wir uns aber auch total, bald wieder zu Hause zu sein und nicht jeden dritten Tag wieder auf die Suche nach einem neuen Hostel, dem Supermarkt und gutem Essen gehen zu muessen... Und natuerlich freuen wir uns wahnsinnig, Euch alle wiederzusehen!
In diesem Sinne, bis ganz bald und ein letztes Mal liebe Gruesse aus der Ferne und zwar von der brasilianischen Seite der Wasserfaelle!
Kerstin und Arne
English version:
Hey guys.
We couldn't have thought of a better place to end our travel than the Iguazu Falls while the sun is shining and the temperature is up to 30 degrees. The falls are just spectacular and hard to describe in words, even pictures seem not to capture this wonder of nature...
Being in such an amazing surrounding we become melancholy realizing that our wonderful trip around the world with all the experiences we don't want to miss and all the nice people we met is coming to an end. Nevertheless we really look forward to go home and not to have to look for for hostels anymore or for the next supermarket or a good restaurant... And we hope that we might see some of the people we met on our trip at some point somewhere again! You are all very welcome to visit us back home!
Take care!
Arne and Kerstin
Dienstag, 6. Oktober 2009
Sonntag, 4. Oktober 2009
Argentinien - Teil II.
Hallo zusammen.
In Cordoba angkommen, haben wir eine kurze Besichtigung der Studentenstadt unternommen, bevor wir dann am fruehen Abend zu Ana und Fabio gefahren sind. Die beiden hatten uns versprochen uns einen wirklich guten Mate (Yerbatee) zuzubereiten, nachdem wir zugegeben hatten, dass unser erster Versuch gnadenlos gescheitert ist. Mate trinken hat in Argentinien Tradition und ist eine soziale Angelegenheit, kommt also quasi einem Ritual gleich. Man fuellt den Matebecher ¾ mit gesiebten (damit nicht so staubig) Yerbatee, gibt etwas Zucker hinzu oder auch nicht, steckt dann den ‘Bombilla’ genannten metallenen Strohhalm ganz unten rein und darf dann das exakt temperierte Wasser nur am Strohhalm zugiessen, damit der Tee nicht verbrennt... Nicht ganz einfach. Und dann schmecken die ersten drei Runden (man gibt den Becher immer weiter und es wird immer Wasser nachgegossen) auch noch fuerchterlich stark nach Tabak. Erst dannn wird’s irgendwann lecker. Dazu gibt’s dann jede Menge Kraecker, kleine Broetchen und nicht zu vergessen Dulce de Leche, eine sehr suesse Karamellcreme, die Argentinier zu jeder Gelegenheit konsumieren. Unsere Gastgeber beherrschten die Kunst des Matebrauens - und diesmal war der Tee dann auch wirklich lecker. Kurz danach kamen Ernesto und Maria vorbei, die tagsueber ein kleines Entenkuecken gefunden und mitgebracht hatten, das gefuettert werden und beaufsichtigt werden musste. Essen gab’s typisch argentinisch dann erst so gegen 22 Uhr. Ein sehr netter Abend. Da Ernesto und Maria uns fuer ein Tage spaeter zu einem Landausflug in das Haus von Ernestos Onkel an einem See gelegen eingeladen hatten, haben wir unsere Plaene ein bisschen umgeschmissen und sind noch laenger als geplant in Cordoba geblieben. Nach einem weiteren netten Abend mit Ana und Fabio (lecker Essengehen und typisch Cordoba Fernet Branca mit Cola) waeren wir eigentlich am naechsten Tag mit Maria und Ernesto aufgebrochen, waere Kerstin nict krank geworden. Und so haben wir dann noch zwei weitere sehr unspektakulaere Tage in Cordoba verbracht und mussten unseren Landausflug dann leider alleine unternehmen.
Und zwar sind wir zwei Tage spaeter auf eine Estancia, eine Art Bauernhof, gefahren, um dort ein bisschen auszuspannen. Die Estancia war eine Stunde holperiger Fahrt mit einem Fiat Uno (ein Jeep waere angebrachter gewesen) durch Baeche und ueber Fussballgrosse Steine im Nirgendwo gelegen. Ausser uns war nur noch ein oesterreichisches Paerchen (Alex und Sabine) da. Und ausser dem ein oder anderen Sapziergang zum Fluss, Lesen und Karten spielen, haben wir mal so gar nichts gemacht. Herrlich.
Hier die Bilder von Cordoba und der Erstancia:
Als naechstes sind wir dann ueber Jujuy in den Nordwesten in die Auslauefer der Anden gefahren und haben uns in zwei Orten im zum Weltkulturerbe erklaerten Tal Quebrada de Humahuaca umgesehen - beruehmt fuer seine in allen Farben angrenzenden Berge. Ein Tagesausflug nach Purmamarca haben wir gemacht, wo die Berge besonders spektakulaer gefaerbt sind: 7 Farben lassen sich unterscheiden. In einem etwas groesseren Doerfchen mit 5.000 Enwohnern - Tilcara - sehr malerisch, haben wir per Mountainbike die Gegend und eine alte rekonstruierte Inkaanlage erkundet bevor wir sehr leckeres Lamafilet und -carpaccio gegessen haben. Mhhhm.
Hier die Bilder aus dem Quebrada de Humahuaca:
Auf dem Weg zu den Iguazuwasserfaellen haben wir noch in Salta und Tucuman uebernachtet, bevor wir uns auf die 22 Stunden Busfahrt begeben haben.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
Hey guys.
Having arrived in Cordoba we had a look around before we went in the evening to Ana’s and Fabio’s place. They had promised us to prepare some Mate for us. A very traditional tea, that almost all Argentinians consume - mostly while socialising with friends, family or colleagues. It’s quite complicated to prepare it. So the first time we tried it just tasted awful. But they were really good at it and so we had some tasty tea combined with crackers and bread and of course with Dulce de Leche - a very typical Argentinian sweet caramel paste. When Maria and Ernesto came over to join us, they had a tiny duckling with them they found on the streets earlier that day. Taking care of that little thing and trying to feed it we spent the time before we had dinner together typically late at 10 p.m.
Since Ernesto and Maria had invited us to spend a few days of the weekend at Ernesto’s uncles house in the countryside we decided to stay a little longer in Cordoba. And we went out againwith Ana and Fabio to a very nice restaurant and they introduuced us to Fernet Branca with coke - a typical Cordoba drink. Unfortunately Kerstin became ill so we couldn’t go join Ernesto and Maria on their trip but had to stay for two more days in Cordoba. But we still wanted to get out of the city so went to an Estancia - like a little ranch - in the middle of nowhere. For getting there we had to drive an hour surrounded by sierra and through little rivers - quite an adventure. When we arrived there was only another couple from Austria: Alex and Sabine. Besides short walks to the nearby river with the dog Inda, we did nothing but reading and playing cards. We had a very relaxed time.
From there we continued our travel via Jujuy to the Quebrada de Humahuaca (World Heritage)- a valley which displays in almost every mountain different colours - pretty amazing. We went to see a spectaculary coloured mountain in Purmamarca before we headed further north to a beautiful little adobe village called Tilcara. Where we went on mountainbikes to see old restaurated Inca ruins and had lama filet and carpaccio for diner - delicious.
On our way to the Iguazu waterfalls we stayed also a night in Salta and Tucuman before undertaking that 22h bus ride.
Cheers,
Arne and Kerstin
In Cordoba angkommen, haben wir eine kurze Besichtigung der Studentenstadt unternommen, bevor wir dann am fruehen Abend zu Ana und Fabio gefahren sind. Die beiden hatten uns versprochen uns einen wirklich guten Mate (Yerbatee) zuzubereiten, nachdem wir zugegeben hatten, dass unser erster Versuch gnadenlos gescheitert ist. Mate trinken hat in Argentinien Tradition und ist eine soziale Angelegenheit, kommt also quasi einem Ritual gleich. Man fuellt den Matebecher ¾ mit gesiebten (damit nicht so staubig) Yerbatee, gibt etwas Zucker hinzu oder auch nicht, steckt dann den ‘Bombilla’ genannten metallenen Strohhalm ganz unten rein und darf dann das exakt temperierte Wasser nur am Strohhalm zugiessen, damit der Tee nicht verbrennt... Nicht ganz einfach. Und dann schmecken die ersten drei Runden (man gibt den Becher immer weiter und es wird immer Wasser nachgegossen) auch noch fuerchterlich stark nach Tabak. Erst dannn wird’s irgendwann lecker. Dazu gibt’s dann jede Menge Kraecker, kleine Broetchen und nicht zu vergessen Dulce de Leche, eine sehr suesse Karamellcreme, die Argentinier zu jeder Gelegenheit konsumieren. Unsere Gastgeber beherrschten die Kunst des Matebrauens - und diesmal war der Tee dann auch wirklich lecker. Kurz danach kamen Ernesto und Maria vorbei, die tagsueber ein kleines Entenkuecken gefunden und mitgebracht hatten, das gefuettert werden und beaufsichtigt werden musste. Essen gab’s typisch argentinisch dann erst so gegen 22 Uhr. Ein sehr netter Abend. Da Ernesto und Maria uns fuer ein Tage spaeter zu einem Landausflug in das Haus von Ernestos Onkel an einem See gelegen eingeladen hatten, haben wir unsere Plaene ein bisschen umgeschmissen und sind noch laenger als geplant in Cordoba geblieben. Nach einem weiteren netten Abend mit Ana und Fabio (lecker Essengehen und typisch Cordoba Fernet Branca mit Cola) waeren wir eigentlich am naechsten Tag mit Maria und Ernesto aufgebrochen, waere Kerstin nict krank geworden. Und so haben wir dann noch zwei weitere sehr unspektakulaere Tage in Cordoba verbracht und mussten unseren Landausflug dann leider alleine unternehmen.
Und zwar sind wir zwei Tage spaeter auf eine Estancia, eine Art Bauernhof, gefahren, um dort ein bisschen auszuspannen. Die Estancia war eine Stunde holperiger Fahrt mit einem Fiat Uno (ein Jeep waere angebrachter gewesen) durch Baeche und ueber Fussballgrosse Steine im Nirgendwo gelegen. Ausser uns war nur noch ein oesterreichisches Paerchen (Alex und Sabine) da. Und ausser dem ein oder anderen Sapziergang zum Fluss, Lesen und Karten spielen, haben wir mal so gar nichts gemacht. Herrlich.
Hier die Bilder von Cordoba und der Erstancia:
Als naechstes sind wir dann ueber Jujuy in den Nordwesten in die Auslauefer der Anden gefahren und haben uns in zwei Orten im zum Weltkulturerbe erklaerten Tal Quebrada de Humahuaca umgesehen - beruehmt fuer seine in allen Farben angrenzenden Berge. Ein Tagesausflug nach Purmamarca haben wir gemacht, wo die Berge besonders spektakulaer gefaerbt sind: 7 Farben lassen sich unterscheiden. In einem etwas groesseren Doerfchen mit 5.000 Enwohnern - Tilcara - sehr malerisch, haben wir per Mountainbike die Gegend und eine alte rekonstruierte Inkaanlage erkundet bevor wir sehr leckeres Lamafilet und -carpaccio gegessen haben. Mhhhm.
Hier die Bilder aus dem Quebrada de Humahuaca:
Auf dem Weg zu den Iguazuwasserfaellen haben wir noch in Salta und Tucuman uebernachtet, bevor wir uns auf die 22 Stunden Busfahrt begeben haben.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
Hey guys.
Having arrived in Cordoba we had a look around before we went in the evening to Ana’s and Fabio’s place. They had promised us to prepare some Mate for us. A very traditional tea, that almost all Argentinians consume - mostly while socialising with friends, family or colleagues. It’s quite complicated to prepare it. So the first time we tried it just tasted awful. But they were really good at it and so we had some tasty tea combined with crackers and bread and of course with Dulce de Leche - a very typical Argentinian sweet caramel paste. When Maria and Ernesto came over to join us, they had a tiny duckling with them they found on the streets earlier that day. Taking care of that little thing and trying to feed it we spent the time before we had dinner together typically late at 10 p.m.
Since Ernesto and Maria had invited us to spend a few days of the weekend at Ernesto’s uncles house in the countryside we decided to stay a little longer in Cordoba. And we went out againwith Ana and Fabio to a very nice restaurant and they introduuced us to Fernet Branca with coke - a typical Cordoba drink. Unfortunately Kerstin became ill so we couldn’t go join Ernesto and Maria on their trip but had to stay for two more days in Cordoba. But we still wanted to get out of the city so went to an Estancia - like a little ranch - in the middle of nowhere. For getting there we had to drive an hour surrounded by sierra and through little rivers - quite an adventure. When we arrived there was only another couple from Austria: Alex and Sabine. Besides short walks to the nearby river with the dog Inda, we did nothing but reading and playing cards. We had a very relaxed time.
From there we continued our travel via Jujuy to the Quebrada de Humahuaca (World Heritage)- a valley which displays in almost every mountain different colours - pretty amazing. We went to see a spectaculary coloured mountain in Purmamarca before we headed further north to a beautiful little adobe village called Tilcara. Where we went on mountainbikes to see old restaurated Inca ruins and had lama filet and carpaccio for diner - delicious.
On our way to the Iguazu waterfalls we stayed also a night in Salta and Tucuman before undertaking that 22h bus ride.
Cheers,
Arne and Kerstin
Freitag, 25. September 2009
Argentinien.
Hallo!
Wie bereits im letzten Bericht angekuendigt, hat es uns nach einem Monat in Equador nach Argentinien gefuehrt - dem letzten Land auf unserer Reise, in dem wir nochmals einen ganzen Monat zur Verfuegung haben. Klingt viel, ist fuer ein solch riesiges Land aber nichts, weshalb wir unsere Reiseroute nur in den Norden gelegt und beschlossen haben, uns den Sueden des Landes fuer’s naechste Mal aufzusparen J
Unser Flug ging von Quito nach Buenos Aires, wo wir in Palermo in einem sehr netten Hostel abgestiegen sind, dem Palermo House. Ein guter Platz, um viele Leute kennen zu lernen, was in einer Stadt wie Buenos Aires mit sehr ausgepraegter Ausgehkultur und einem aufregendem Nachtleben natuerlich sehr nett ist.
Bevor wir uns aber dem naechtlichen Buenos Aires und dem szenigen Palermo gewidmet haben, wollten wir uns erstmal ein Bild von der Stadt machen. In Buenos Aires gibt es die bafreetours, eine Firma die Stadttouren anbietet, die von Studenten gegen Trinkgeld durchgefuehrt werden. Eine super Sache. In drei Stunden haben wir vieles gesehen, etwas ueber die Geschichte Argentiniens gelernt ohne das Langeweile oder Ermuedung aufkam.
Die Innenstadt von Buenos Aires ist sehr beeindruckend mit vielen tollen Gebaueden und vielen Hinweisen auf die noch junge Geschichte dieses Landes. Buenos Aires ist anders als die Staedte Equadors: sehr europaeisch und man hat nicht wirklich das Gefuehl in Suedamerika zu sein. Nur eines ist typsich suedamerikanisch: sie ist riesengross. 13 Millionen Menschen leben hier, was einem Drittel der Gesamtbevoelkerung von Argentinien entspricht. D.h. dass der Rest dieses riesigen Landes eher weniger dicht bevoelkert ist. Dies hat zur Folge, dass Buenos Aires nicht wirklich als Argentinien verstanden wird und die Leute hier (Portenos) fuer arrogant und versnobt gehalten werden. In Buenos Aires fuehlt man sich an Suedeuropa erinnert - kein Wunder, stammt ein Grossteil des Volkes doch gebuertig aus Italien und Spanien.
Die Stadt ist wirklich schoen, hat aber auch einige - sagen wir mal so - architektonische Merkwuerdigkeiten zu bieten. Zum einen den Obelisken, eine unfassbar haessliche Saeule in der Mitte eine unglaublich lauten und riesigen Strasse. Fuer viele Bewohner des laendlichen Argentiniens ist diese Saeulen allerdings ein Objekt, das man unbedingt sehen muss, bevor man die Augen zu macht. Die meisten koennen es sich allerdings nicht leisten nach Buenos Aires zu reisen, weshalb ihnen dieser Traum verwehrt bleibt. Auch fuer die Menschen aus Buenos Aires ist der Obelisk eine Art Pilgerstaedte - allerdings eher nach Fussballspielen der Boca Juniors, wo hier ausgelassen gefeiert wird und die Fans auch mal gerne alle Klamotten von sich werfen. Eine durchaus unterschiedliche Ehrwuerdigung dieser merkwuerdigen Saeule. Merkwuerdigkeit numero zwo ist nur zu entdecken, wenn man darauf hingewiesen wird: Ein kleines Wohnhaus auf dem Dach eines Hochhauses. Hintergrund ist ein ehemaliger Unternehmer, der seine Firma mitten in der Stadt in diesem Hochhaus hatte und in der Mittagspause gerne nach Hause gefahren ist, um ein Nickerchen zu halten. Als die Stadt Buenos Aires aber die riesige 12spurige Strasse des 9. Juli gebaut hat, konnte er es aufgrund des Verkehrs nicht mehr nach Hause schaffen und hat sein Haus kurzerhand auf das Dach seines Unternehmensgebaeudes verlegt. Ganz schoen dekadent, aber laut seiner Aussage hatte er den besten Schlaf eben in seinem eigenen Haus...
Am Tag nach der Stadtfuehrung waren wir - oder besser gesagt Kerstin - in Palermo shoppen. Palermo erinnert extrem an den Prenzlberg in Berlin. Viele kleine Boutiquen und Galerien, tendenziell sehr stylisch und etwas oeko, irgendwie chic aber immer noch schaebig genug, um unabsichtlichtliche Laessigkeit vorzutaeuschen. Abends haben wir uns im Hostel dann mit einem alten Bekannten aus Tokio verabredet: Andres aus Spanien ist einen Tag nach uns in Buenos Aires gelandet und wir haben uns getroffen, um Reisegeschichten auszutauschen. Sehr nett. Spaeter sind wir dann noch in eine typische Parrilla gegangen, um das bisher beste Steak unseres Lebens zu essen. Nach der bereits erwaehnten kulinarischen Enttaeuschung in Equador haben wir uns natuerlich besonders auf Argentinien gefreut und sind diesmal nicht enttaeuscht worden. Die Argentinier koennen definitiv zurecht stolz auf ihr Rindfleisch sein und verstehen es sehr gut, ein Steak zu einem Erlebnis werden zu lassen. Ein Steak kommt in der Regel mit diversen Sossen, unter anderem Chimichurri, und mehreren Dips fuer das Fleisch. So kann man quasi jeden Bissen mit einem anderem Dip kombinieren: Apfelkompott, Kuerbiskompott, Olivenpaste, Birne in Rotweinsosse und und und. Muy bien.
Am Samstag waren wir dann beim Fussballspiel Velez gegen San Lorenzo, einem Stadtderby - wobei eigentlich fast jedes Spiel ein Derby ist, denn fast alle Teams in der argentinischen Liga sind aus Buenos Aires. Soviel zur Zweiteilung dieses Landes in Buenos Aires und ‘Nicht-Buenos Aires‘. Leider war das Spiel ein ziemlicher Reinfall, aber die Boca Juniors, die wir eigentlich sehen wollten und die deren Spiele eine atemberaubende Atmosphaere garantieren, haben leider auswaerts gespielt.
Nach diesem Fussballspiel und einem weiteren Besuch in der gleichen Parrilla vom Vorabend (La Cabrera in Palermo) - ja, die ist einfach unfassbar gut - haben wir dann die Nacht zum Tag werden lassen und sind mit einigen Leuten aus unserem Hostel von 5 Uhr bis 8 Uhr noch in einen Club gegangen. Ja, 5 Uhr. Die Leute in Buenos Aires gehen gerne spaet aus. Essen waren wir nach Mitternacht und mussten fast eine Stunde auf den Tisch warten und gefeiert wird dann definitiv erst nach 3 Uhr morgens. Schon ziemlich irre. Gut, irgendwie haben wir an dem Tag aber genug Power gehabt und sind nach dem Clubbing sogar noch nach San Telmo gefahren, um uns das allsonntaegliche Treiben auf den Strassen und die dortigen Maerkte anzusachauen. Eine tolle Nacht. Ich glaube wir sind dann irgendwann zwischen 14 und 15 Uhr ins Bett gefallen. Am Montag waren wir dann noch in La Boca, dem alten Arbeiterviertel von Buenos Aires, das fuer seinen bunten Haeuser bekannt ist. Eine sehr touristische Ecke, die man sich aber einfach ansehen muss, wenn man in Buenos Aires ist. Alles in allem ist Buenos Aires eine tolle Stadt, in der man - anders als in Quito - durchaus leben kann und die uns ausserordentlich gut gefallen hat. Insgesamt waren wir fast eine Woche hier, waeren aber noch gerne laenger geblieben und haben noch lange nicht alles dieser Stadt gesehen.
Hier die Bilder aus Buenos Aires:
Von Buenos Aires ging es dann weiter nach Mendoza. Natuerlich mit dem Bus, denn selbst in Argentinien gibt es keine Zuege. Dafuer sind die Busfahrten aber ein echtes Erlebnis. Man kann zwischen drei Kategorien waehlen: Semi-Cama (so gut wie ein guter Reisebus in Deutschland), Cama (riesige Ledersessel, die sich fast waagerecht stellen lassen, Kopfhoerer, Filmvorfuehrung, Bingo, Abendessen und Wein) und Super-Cama (ein Bett, Wein und Champus bis zum Abwinken und Gourmetessen). Wir haben uns fuer den Cama entschieden und waren erstaunt, dass man mit Bussen doch komfortabel reisen kann. Den Glauben daran haben wir in den letzten 4 Monaten schon verloren gehabt J
Relativ entspannt sind wir also in Mendoza angekommen, um dort nur eine einzige Sache zu machen: Wein zu trinken. Die meisten Touristen kommen deshalb hieher, denn der Wein ist nicht nur ausgesprochen gut sondern auch relativ guenstig. Am ersten Abend waren wir in einer Weinbar und haben 5 Rotweine testen duerfen. Umgerechnet kostet daas etwa 10 Euro, das zahlt man in guten Restaurants in Deutschland ja gerne auch schon fast fuer ein Glas. Wir hatten zudem jemanden zur Seite, der uns erklaert hat, was mit den Weine gemacht wird und warum welche Weine wie schmecken. Die Weine waren unfassbar geschmackvoll und tatsaechlich waren die teuersten auch die besten. Der fuer 50 USDollar pro Flasche war unglaublich. Wir haetten gerne einen ganzen Kasten davon mitgenommen, doch leider kostete er 50 Dollar und nicht 50 Pesos. Schade eigentlich ;)
Am zweiten Tag haben wir dann eine Fahrradtour entlang der Weingueter gemacht und an einigen Halt gemacht, um uns die Rauemlichkeiten zeigen zu lassen und Wein zu testen. Die meisten Weine waren wirklich grossartig und auf dieser Tour zahlt man fuer Besichtigung und Degustieren jeweils nur etwa 2 EUR pro Person. Wir hatten einen schoenen Tag und wussten am Ende des Tages definitiv mehr ueber Wein als vorher. Sehr praktisch, denn die Auswahl an Weinen in Argentiniens Supermaerkten ist riesig und jetzt wissen wir zumindest, welche Weine uns hoechstwahrscheinlich schmecken.
Hier die Bilder aus Mendoza:
Von Mendoza aus ging unsere Reise weiter in die Region San Juan, wo wir den Nationalpark Ischigualasto besichtigen wollten. Angekommen in San Augustin, dem naechstgelegenen Ort sind wir ersteinmal in einem unglaublich gemuetlichen Hostel sehr nett begruesst worden. Haben wir nicht so oft gehabt. Die Jungs, die im Hostel arbeiten, haben uns wie Freunde begruesst und auch die anderen Leute, die dort uebernachteten, hatten wir innerhalb von einer halben Stunden kennen gelernt. Eine sehr nette Begruessung. Spaeter am Abend haben wir dann alle gemeinsam Asado (argentinisches Barbeque) gehabt und eine tollen Abend mit all den netten Leuten im Hostel. Neben einer anderen Deutschen waren dort Guillermo aus Kolumbien, Ana und Fabio (eigentlich aus Paraguay) aus Cordoba und Maria (Schwedin, die in London lebt) und Ernesto aus Cordoba, die kurz vor ihrem Umzug von Cordoba nach London stehen. Wieder einer dieser Multikulti-Abende, die uns sicher in Deutschland fehlen werden.
Am naechsten Tag sind wir dann alle in den Nationalpark gefahren, wo wir noch Melanie und Stefan aus der Naehe von Wien getroffen haben. Die Tour durch den Park dauerte etwa 3 Stunden und es war super, dass wir einige dabei hatten, die sowohl englisch als auch spanisch sprechen konnten, denn unser Guide hat nur Spanisch gesprochen. Der Park ist wirklich beeindruckend und mit ungewoehnlichen Steinformationen gespickt , in denen sich Hinweise auf die Entstehung von Kontinenten finden lassen, weshalb viele Forscher hier unterwegs sind. Zudem wurde hier das bisher aelteste Skelett eines Dinosauriers gefunden. Und viele weitere werden quasi durch die Winderosion (2cm jaehrlich) an die Oberflaeche ‘gespuelt’ - ein wahres Archaeologenparadies, diese sehr unwirklich erscheinende Landschaft, die immer noch viele Raetsel aufgibt.
Nach dem Besuch des Parks waren wir dann noch alle gemeinsam essen, bevor wir uns auf den Weg nach Cordoba gemacht haben. Da Ana und Fabio sowie Ernesto und Maria in Cordoba leben, haben wir uns mit ihnen in Cordoba verabredet, bevor wir in den Bus nach San Juan zu gestiegen sind, um von dort aus nach Cordoba weiterzufahren, wo wir mittlerweile angekommen sind.
Hier die Bilder aus Valle de Luna bzw. dem Nationalpark Ischigualasto:
Zwei Wochen Argentinien sowie auch nur noch zwei Wochen Reise liegen jetzt noch vor uns. Fuehlt sich irgendwie komisch an, aber irgenwie auch gut, denn wir freuen uns auf zuhause.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
Hey guys!
After one month in Ecuador the last destination of our world trip is Argentina, starting in Buenos Aires. We had a nice week in this amazing city and stayed in the Palermo House in beautiful Palermo, which is a very good place to meet many people. A good thing in Buenos Aires, because one of the must dos in BA is enjoying the terrific nightlife. But before we got ready to party through the night, we wanted to get to know the city, which is just huge. bafreetours.com offers free city tours (based on tips) so we joined in to explore the city center and learnd some facts about the history of Argentina and the city of Bueno Aires. The center is very impressive with its many beautiful buildings and plenty of hints to the young history of this country.
Different to the Ecuadorian cities we‘ve seen, BA looks and feels very European. Especially Palermo often reminded us of Berlin. Just one thing is really South American: 13 million people - one third of the country’s population - are living in Buenos Aires. The rest of the country is less populated. Because of that, BA is generally not understood as real Argentinia and the inhabitants of BA (Portenos) are recognized as arrogant and snobby by the rest of Argentina. Actually BA got a lot of southern European influence because of the many Italian and Spanish people, which came to Argentina 200 years ago. We didn’t realize arrogance or snobbyness, but the people in the countryside are definitely totally different.
The City is beautiful but there are some strange architectural oddities. First of all the Obelisk, an unbelievebly ugly column in middle of an insanely broad and noisy road. A must see before dying but mostly unaffordable for many Argentians in the countryside, people in BA use the Obelisk more like a place to celebrate after matches of Boca Juniors. Then every once in a while people get very drunk and sometimes even naked. Quite different ways of worshipping this odd column. ;)
The other strange thing is a small house on top of a skyscraper, which is hard to recognize. It was built by the owner of the skyscraper, who used to go home every midday to take a nap. When the huge avenue of the 9th july with twelve lanes was built, it wasn’t anymore possible for him to go home because of the traffic. So he just decided to built a new house on the roof of his company. A crazy idea, but because he had the best sleep in his own house this was the logical consequence...
Of course we had steak in a real Parilla in Palermo. Actually twice in two days, because we got a very good advice from our tourguides. The first day we went with Andres - our spanish friend we couchsurfed with in Tokio and met in BA again - and his friend Adriana, who’s living in BA. It was by far the best piece of meet we ever had. Argentinians definitely have the right to be as proud as they are of their steaks. The best thing - besides the size of the staeks - is the fact that every steak comes with many different kinds of dips to enjoy every bit with a different taste. Apple compott, mashed pumpkins, olive paste, pear in red wine and more. Muy bien.
On Saturday we to the soccer match Velez vs. San Lorenzo - a city derby. But to be honest almost every game in the Argentinian league is a derby because 12 out of 16 teams are from Buenos Aires. Another evidence for the separation of Argentina in Buenos Aires and ‘Not Buenos Aires’. Unfortunately the game was quite a disappointment, but the Boca Juniors who guarentee always an outstanding atmosphere didn’t play when we were in BA. Later on we went to the Parilla again (at midnight, which is a normal time to eat on weekends in BA) with some people we met in the hostel and made it through the night in a night club in Palermo Hollywood. We entered the club at 5 am and left at 8 am. Not unusual as well. But we had somehow enough power to stay awake and went straight to San Telmo to see the market. An awesome night. I guess we finally went to bed between 2 and 3 pm.
When we recovered from this weekend we went to La Boca on Monday. La Boca is the old workers district and famous for it’s colourful houses. Quite touristy, but a thing one has to see in BA. At night we went to La Bomba de Tiempo, an amazing weekly percussion concert with special guests. It’s incredible hoow these guys make the crowd go crazy. Check out the video in the gallery. Overall we had a great time in Buenos Aires, which is lovely and has much more life quality as Quito for example. We could have stayed longer, because this city offers so much to see and plenty of things to do.
From Buenos Aires we headed to Mendoza, of course by bus because even in Argentina there are no trains. But the buses in Argentina are very comfortable, so we arrived quite relaxed in Mendoza. We can’t remember that we’ve been as relaxed after any busride on our travel. We had huge leather seats, played Bingo and got a warm meal with red wine while we watched a movie. In Mendoza we did exactly one thing: wine testing. There’s actually not much to do except this but definitely worth it. So we went to a wine testing bar and did a bike tour to visit different wineries (comparable to Napa Valley). We tried some excellent wines, visited the vineyards and learnt a lot about wines and what makes a good one.
Our next destination was San Augustin, which is close to a national park called Ischigualasto (which means Valle de la Luna, moon valley). Arrived at the neat and cosy small hostel, we were welcomed as friends by the staff. Half an hour later we sat together at a big table with the other guests and had asado (Argentinian BBQ).We met Brigitte from Germany, Guillermo from Colombia, Ana and Fabio from Cordoba and Maria from Sweden, who is moving back to London with her husband Ernesto, who’s also from Cordoba. One of these multicultural evenings, we’ll definitely miss back in Germany. The next day we visited the national park, where we also met a couple from Austria - Melanie and Stefan - with whom we did the tour together. The park is very impressive and full of unusual stone formations, which are hints for the creation of the continents million years ago. Aditionally some researchers found the oldest skeleton of a dinosaur so far. And many others appear regularly because of the wind erosion of 2 cm per year. A very surreal landscape which is still putting questions on researchers all over the world.
Afterwards we all went for lunch together, before we made our way to Cordoba where we arranged to meet up with Ana, Fabio, Maria and Ernesto.
Meanwhile it’s just less than one week to go for us. Feels good and bad, although we’re looking forward to Hanover, our friends and our family.
Cheers.
Arne and Kerstin
Wie bereits im letzten Bericht angekuendigt, hat es uns nach einem Monat in Equador nach Argentinien gefuehrt - dem letzten Land auf unserer Reise, in dem wir nochmals einen ganzen Monat zur Verfuegung haben. Klingt viel, ist fuer ein solch riesiges Land aber nichts, weshalb wir unsere Reiseroute nur in den Norden gelegt und beschlossen haben, uns den Sueden des Landes fuer’s naechste Mal aufzusparen J
Unser Flug ging von Quito nach Buenos Aires, wo wir in Palermo in einem sehr netten Hostel abgestiegen sind, dem Palermo House. Ein guter Platz, um viele Leute kennen zu lernen, was in einer Stadt wie Buenos Aires mit sehr ausgepraegter Ausgehkultur und einem aufregendem Nachtleben natuerlich sehr nett ist.
Bevor wir uns aber dem naechtlichen Buenos Aires und dem szenigen Palermo gewidmet haben, wollten wir uns erstmal ein Bild von der Stadt machen. In Buenos Aires gibt es die bafreetours, eine Firma die Stadttouren anbietet, die von Studenten gegen Trinkgeld durchgefuehrt werden. Eine super Sache. In drei Stunden haben wir vieles gesehen, etwas ueber die Geschichte Argentiniens gelernt ohne das Langeweile oder Ermuedung aufkam.
Die Innenstadt von Buenos Aires ist sehr beeindruckend mit vielen tollen Gebaueden und vielen Hinweisen auf die noch junge Geschichte dieses Landes. Buenos Aires ist anders als die Staedte Equadors: sehr europaeisch und man hat nicht wirklich das Gefuehl in Suedamerika zu sein. Nur eines ist typsich suedamerikanisch: sie ist riesengross. 13 Millionen Menschen leben hier, was einem Drittel der Gesamtbevoelkerung von Argentinien entspricht. D.h. dass der Rest dieses riesigen Landes eher weniger dicht bevoelkert ist. Dies hat zur Folge, dass Buenos Aires nicht wirklich als Argentinien verstanden wird und die Leute hier (Portenos) fuer arrogant und versnobt gehalten werden. In Buenos Aires fuehlt man sich an Suedeuropa erinnert - kein Wunder, stammt ein Grossteil des Volkes doch gebuertig aus Italien und Spanien.
Die Stadt ist wirklich schoen, hat aber auch einige - sagen wir mal so - architektonische Merkwuerdigkeiten zu bieten. Zum einen den Obelisken, eine unfassbar haessliche Saeule in der Mitte eine unglaublich lauten und riesigen Strasse. Fuer viele Bewohner des laendlichen Argentiniens ist diese Saeulen allerdings ein Objekt, das man unbedingt sehen muss, bevor man die Augen zu macht. Die meisten koennen es sich allerdings nicht leisten nach Buenos Aires zu reisen, weshalb ihnen dieser Traum verwehrt bleibt. Auch fuer die Menschen aus Buenos Aires ist der Obelisk eine Art Pilgerstaedte - allerdings eher nach Fussballspielen der Boca Juniors, wo hier ausgelassen gefeiert wird und die Fans auch mal gerne alle Klamotten von sich werfen. Eine durchaus unterschiedliche Ehrwuerdigung dieser merkwuerdigen Saeule. Merkwuerdigkeit numero zwo ist nur zu entdecken, wenn man darauf hingewiesen wird: Ein kleines Wohnhaus auf dem Dach eines Hochhauses. Hintergrund ist ein ehemaliger Unternehmer, der seine Firma mitten in der Stadt in diesem Hochhaus hatte und in der Mittagspause gerne nach Hause gefahren ist, um ein Nickerchen zu halten. Als die Stadt Buenos Aires aber die riesige 12spurige Strasse des 9. Juli gebaut hat, konnte er es aufgrund des Verkehrs nicht mehr nach Hause schaffen und hat sein Haus kurzerhand auf das Dach seines Unternehmensgebaeudes verlegt. Ganz schoen dekadent, aber laut seiner Aussage hatte er den besten Schlaf eben in seinem eigenen Haus...
Am Tag nach der Stadtfuehrung waren wir - oder besser gesagt Kerstin - in Palermo shoppen. Palermo erinnert extrem an den Prenzlberg in Berlin. Viele kleine Boutiquen und Galerien, tendenziell sehr stylisch und etwas oeko, irgendwie chic aber immer noch schaebig genug, um unabsichtlichtliche Laessigkeit vorzutaeuschen. Abends haben wir uns im Hostel dann mit einem alten Bekannten aus Tokio verabredet: Andres aus Spanien ist einen Tag nach uns in Buenos Aires gelandet und wir haben uns getroffen, um Reisegeschichten auszutauschen. Sehr nett. Spaeter sind wir dann noch in eine typische Parrilla gegangen, um das bisher beste Steak unseres Lebens zu essen. Nach der bereits erwaehnten kulinarischen Enttaeuschung in Equador haben wir uns natuerlich besonders auf Argentinien gefreut und sind diesmal nicht enttaeuscht worden. Die Argentinier koennen definitiv zurecht stolz auf ihr Rindfleisch sein und verstehen es sehr gut, ein Steak zu einem Erlebnis werden zu lassen. Ein Steak kommt in der Regel mit diversen Sossen, unter anderem Chimichurri, und mehreren Dips fuer das Fleisch. So kann man quasi jeden Bissen mit einem anderem Dip kombinieren: Apfelkompott, Kuerbiskompott, Olivenpaste, Birne in Rotweinsosse und und und. Muy bien.
Am Samstag waren wir dann beim Fussballspiel Velez gegen San Lorenzo, einem Stadtderby - wobei eigentlich fast jedes Spiel ein Derby ist, denn fast alle Teams in der argentinischen Liga sind aus Buenos Aires. Soviel zur Zweiteilung dieses Landes in Buenos Aires und ‘Nicht-Buenos Aires‘. Leider war das Spiel ein ziemlicher Reinfall, aber die Boca Juniors, die wir eigentlich sehen wollten und die deren Spiele eine atemberaubende Atmosphaere garantieren, haben leider auswaerts gespielt.
Nach diesem Fussballspiel und einem weiteren Besuch in der gleichen Parrilla vom Vorabend (La Cabrera in Palermo) - ja, die ist einfach unfassbar gut - haben wir dann die Nacht zum Tag werden lassen und sind mit einigen Leuten aus unserem Hostel von 5 Uhr bis 8 Uhr noch in einen Club gegangen. Ja, 5 Uhr. Die Leute in Buenos Aires gehen gerne spaet aus. Essen waren wir nach Mitternacht und mussten fast eine Stunde auf den Tisch warten und gefeiert wird dann definitiv erst nach 3 Uhr morgens. Schon ziemlich irre. Gut, irgendwie haben wir an dem Tag aber genug Power gehabt und sind nach dem Clubbing sogar noch nach San Telmo gefahren, um uns das allsonntaegliche Treiben auf den Strassen und die dortigen Maerkte anzusachauen. Eine tolle Nacht. Ich glaube wir sind dann irgendwann zwischen 14 und 15 Uhr ins Bett gefallen. Am Montag waren wir dann noch in La Boca, dem alten Arbeiterviertel von Buenos Aires, das fuer seinen bunten Haeuser bekannt ist. Eine sehr touristische Ecke, die man sich aber einfach ansehen muss, wenn man in Buenos Aires ist. Alles in allem ist Buenos Aires eine tolle Stadt, in der man - anders als in Quito - durchaus leben kann und die uns ausserordentlich gut gefallen hat. Insgesamt waren wir fast eine Woche hier, waeren aber noch gerne laenger geblieben und haben noch lange nicht alles dieser Stadt gesehen.
Hier die Bilder aus Buenos Aires:
Von Buenos Aires ging es dann weiter nach Mendoza. Natuerlich mit dem Bus, denn selbst in Argentinien gibt es keine Zuege. Dafuer sind die Busfahrten aber ein echtes Erlebnis. Man kann zwischen drei Kategorien waehlen: Semi-Cama (so gut wie ein guter Reisebus in Deutschland), Cama (riesige Ledersessel, die sich fast waagerecht stellen lassen, Kopfhoerer, Filmvorfuehrung, Bingo, Abendessen und Wein) und Super-Cama (ein Bett, Wein und Champus bis zum Abwinken und Gourmetessen). Wir haben uns fuer den Cama entschieden und waren erstaunt, dass man mit Bussen doch komfortabel reisen kann. Den Glauben daran haben wir in den letzten 4 Monaten schon verloren gehabt J
Relativ entspannt sind wir also in Mendoza angekommen, um dort nur eine einzige Sache zu machen: Wein zu trinken. Die meisten Touristen kommen deshalb hieher, denn der Wein ist nicht nur ausgesprochen gut sondern auch relativ guenstig. Am ersten Abend waren wir in einer Weinbar und haben 5 Rotweine testen duerfen. Umgerechnet kostet daas etwa 10 Euro, das zahlt man in guten Restaurants in Deutschland ja gerne auch schon fast fuer ein Glas. Wir hatten zudem jemanden zur Seite, der uns erklaert hat, was mit den Weine gemacht wird und warum welche Weine wie schmecken. Die Weine waren unfassbar geschmackvoll und tatsaechlich waren die teuersten auch die besten. Der fuer 50 USDollar pro Flasche war unglaublich. Wir haetten gerne einen ganzen Kasten davon mitgenommen, doch leider kostete er 50 Dollar und nicht 50 Pesos. Schade eigentlich ;)
Am zweiten Tag haben wir dann eine Fahrradtour entlang der Weingueter gemacht und an einigen Halt gemacht, um uns die Rauemlichkeiten zeigen zu lassen und Wein zu testen. Die meisten Weine waren wirklich grossartig und auf dieser Tour zahlt man fuer Besichtigung und Degustieren jeweils nur etwa 2 EUR pro Person. Wir hatten einen schoenen Tag und wussten am Ende des Tages definitiv mehr ueber Wein als vorher. Sehr praktisch, denn die Auswahl an Weinen in Argentiniens Supermaerkten ist riesig und jetzt wissen wir zumindest, welche Weine uns hoechstwahrscheinlich schmecken.
Hier die Bilder aus Mendoza:
Von Mendoza aus ging unsere Reise weiter in die Region San Juan, wo wir den Nationalpark Ischigualasto besichtigen wollten. Angekommen in San Augustin, dem naechstgelegenen Ort sind wir ersteinmal in einem unglaublich gemuetlichen Hostel sehr nett begruesst worden. Haben wir nicht so oft gehabt. Die Jungs, die im Hostel arbeiten, haben uns wie Freunde begruesst und auch die anderen Leute, die dort uebernachteten, hatten wir innerhalb von einer halben Stunden kennen gelernt. Eine sehr nette Begruessung. Spaeter am Abend haben wir dann alle gemeinsam Asado (argentinisches Barbeque) gehabt und eine tollen Abend mit all den netten Leuten im Hostel. Neben einer anderen Deutschen waren dort Guillermo aus Kolumbien, Ana und Fabio (eigentlich aus Paraguay) aus Cordoba und Maria (Schwedin, die in London lebt) und Ernesto aus Cordoba, die kurz vor ihrem Umzug von Cordoba nach London stehen. Wieder einer dieser Multikulti-Abende, die uns sicher in Deutschland fehlen werden.
Am naechsten Tag sind wir dann alle in den Nationalpark gefahren, wo wir noch Melanie und Stefan aus der Naehe von Wien getroffen haben. Die Tour durch den Park dauerte etwa 3 Stunden und es war super, dass wir einige dabei hatten, die sowohl englisch als auch spanisch sprechen konnten, denn unser Guide hat nur Spanisch gesprochen. Der Park ist wirklich beeindruckend und mit ungewoehnlichen Steinformationen gespickt , in denen sich Hinweise auf die Entstehung von Kontinenten finden lassen, weshalb viele Forscher hier unterwegs sind. Zudem wurde hier das bisher aelteste Skelett eines Dinosauriers gefunden. Und viele weitere werden quasi durch die Winderosion (2cm jaehrlich) an die Oberflaeche ‘gespuelt’ - ein wahres Archaeologenparadies, diese sehr unwirklich erscheinende Landschaft, die immer noch viele Raetsel aufgibt.
Nach dem Besuch des Parks waren wir dann noch alle gemeinsam essen, bevor wir uns auf den Weg nach Cordoba gemacht haben. Da Ana und Fabio sowie Ernesto und Maria in Cordoba leben, haben wir uns mit ihnen in Cordoba verabredet, bevor wir in den Bus nach San Juan zu gestiegen sind, um von dort aus nach Cordoba weiterzufahren, wo wir mittlerweile angekommen sind.
Hier die Bilder aus Valle de Luna bzw. dem Nationalpark Ischigualasto:
Zwei Wochen Argentinien sowie auch nur noch zwei Wochen Reise liegen jetzt noch vor uns. Fuehlt sich irgendwie komisch an, aber irgenwie auch gut, denn wir freuen uns auf zuhause.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
Hey guys!
After one month in Ecuador the last destination of our world trip is Argentina, starting in Buenos Aires. We had a nice week in this amazing city and stayed in the Palermo House in beautiful Palermo, which is a very good place to meet many people. A good thing in Buenos Aires, because one of the must dos in BA is enjoying the terrific nightlife. But before we got ready to party through the night, we wanted to get to know the city, which is just huge. bafreetours.com offers free city tours (based on tips) so we joined in to explore the city center and learnd some facts about the history of Argentina and the city of Bueno Aires. The center is very impressive with its many beautiful buildings and plenty of hints to the young history of this country.
Different to the Ecuadorian cities we‘ve seen, BA looks and feels very European. Especially Palermo often reminded us of Berlin. Just one thing is really South American: 13 million people - one third of the country’s population - are living in Buenos Aires. The rest of the country is less populated. Because of that, BA is generally not understood as real Argentinia and the inhabitants of BA (Portenos) are recognized as arrogant and snobby by the rest of Argentina. Actually BA got a lot of southern European influence because of the many Italian and Spanish people, which came to Argentina 200 years ago. We didn’t realize arrogance or snobbyness, but the people in the countryside are definitely totally different.
The City is beautiful but there are some strange architectural oddities. First of all the Obelisk, an unbelievebly ugly column in middle of an insanely broad and noisy road. A must see before dying but mostly unaffordable for many Argentians in the countryside, people in BA use the Obelisk more like a place to celebrate after matches of Boca Juniors. Then every once in a while people get very drunk and sometimes even naked. Quite different ways of worshipping this odd column. ;)
The other strange thing is a small house on top of a skyscraper, which is hard to recognize. It was built by the owner of the skyscraper, who used to go home every midday to take a nap. When the huge avenue of the 9th july with twelve lanes was built, it wasn’t anymore possible for him to go home because of the traffic. So he just decided to built a new house on the roof of his company. A crazy idea, but because he had the best sleep in his own house this was the logical consequence...
Of course we had steak in a real Parilla in Palermo. Actually twice in two days, because we got a very good advice from our tourguides. The first day we went with Andres - our spanish friend we couchsurfed with in Tokio and met in BA again - and his friend Adriana, who’s living in BA. It was by far the best piece of meet we ever had. Argentinians definitely have the right to be as proud as they are of their steaks. The best thing - besides the size of the staeks - is the fact that every steak comes with many different kinds of dips to enjoy every bit with a different taste. Apple compott, mashed pumpkins, olive paste, pear in red wine and more. Muy bien.
On Saturday we to the soccer match Velez vs. San Lorenzo - a city derby. But to be honest almost every game in the Argentinian league is a derby because 12 out of 16 teams are from Buenos Aires. Another evidence for the separation of Argentina in Buenos Aires and ‘Not Buenos Aires’. Unfortunately the game was quite a disappointment, but the Boca Juniors who guarentee always an outstanding atmosphere didn’t play when we were in BA. Later on we went to the Parilla again (at midnight, which is a normal time to eat on weekends in BA) with some people we met in the hostel and made it through the night in a night club in Palermo Hollywood. We entered the club at 5 am and left at 8 am. Not unusual as well. But we had somehow enough power to stay awake and went straight to San Telmo to see the market. An awesome night. I guess we finally went to bed between 2 and 3 pm.
When we recovered from this weekend we went to La Boca on Monday. La Boca is the old workers district and famous for it’s colourful houses. Quite touristy, but a thing one has to see in BA. At night we went to La Bomba de Tiempo, an amazing weekly percussion concert with special guests. It’s incredible hoow these guys make the crowd go crazy. Check out the video in the gallery. Overall we had a great time in Buenos Aires, which is lovely and has much more life quality as Quito for example. We could have stayed longer, because this city offers so much to see and plenty of things to do.
From Buenos Aires we headed to Mendoza, of course by bus because even in Argentina there are no trains. But the buses in Argentina are very comfortable, so we arrived quite relaxed in Mendoza. We can’t remember that we’ve been as relaxed after any busride on our travel. We had huge leather seats, played Bingo and got a warm meal with red wine while we watched a movie. In Mendoza we did exactly one thing: wine testing. There’s actually not much to do except this but definitely worth it. So we went to a wine testing bar and did a bike tour to visit different wineries (comparable to Napa Valley). We tried some excellent wines, visited the vineyards and learnt a lot about wines and what makes a good one.
Our next destination was San Augustin, which is close to a national park called Ischigualasto (which means Valle de la Luna, moon valley). Arrived at the neat and cosy small hostel, we were welcomed as friends by the staff. Half an hour later we sat together at a big table with the other guests and had asado (Argentinian BBQ).We met Brigitte from Germany, Guillermo from Colombia, Ana and Fabio from Cordoba and Maria from Sweden, who is moving back to London with her husband Ernesto, who’s also from Cordoba. One of these multicultural evenings, we’ll definitely miss back in Germany. The next day we visited the national park, where we also met a couple from Austria - Melanie and Stefan - with whom we did the tour together. The park is very impressive and full of unusual stone formations, which are hints for the creation of the continents million years ago. Aditionally some researchers found the oldest skeleton of a dinosaur so far. And many others appear regularly because of the wind erosion of 2 cm per year. A very surreal landscape which is still putting questions on researchers all over the world.
Afterwards we all went for lunch together, before we made our way to Cordoba where we arranged to meet up with Ana, Fabio, Maria and Ernesto.
Meanwhile it’s just less than one week to go for us. Feels good and bad, although we’re looking forward to Hanover, our friends and our family.
Cheers.
Arne and Kerstin
Montag, 21. September 2009
Equador - Teil 2
Hallo!
Gegen die ersten zwei Wochen in Ecuador waren die beiden folgenden eher unspektakulaer. An der Kueste haben wir ein bisschen Urlaub vom Urlaub gemacht und eine Woche die Seele baumeln lassen, was aber auch mal wieder gut getan hat. Von Quito aus sind wir nach Canoa gefahren, einem kleinen Surferdoerfchen. Unser Hotel lag direkt am Strand und war ueberwiegend aus Bambus und Holz. Letzteres wurde uns - so schoen es auch war - leider zum Verhaengnis. Denn kurz vor der Abreise mussten wir feststellen, dass sich rund um und in Kerstins Rucksack eine Termitenkolonie offenbar ein neues Zuhause gesucht hatte. Wir dachten, wir waeren nach einer kurzen Saeuberung alle losgeworden, aber als wir in Puerto Lopez - dem naechsten Kuestenort - angekommen waren, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass dem nicht so war. Im Gegenteil: beide Rucksaecke waren voll mit den Viechern. Ungelogen Tausende von Terminten ueberall in unseren Klamotten und in den hintersten Ecken der Rucksaecke. Zum Glueck sind wir alle losgeworden, nachdem wir etwa 3 Stunden alles penibel durchsucht, mit Deo ausgesprueht und fast alle unseren Klamotten gewaschen haben. Ja, das war ein Spass...
Aber zurueck zu den schoenen Dingen. In Puerto Lopez haben wir Lisa und Jon aus New York City kennen gelernt, die 6 Monate durch Suedamerika reisen. Mit ihnen haben wir einen Ausflug auf die Isla de la Plata gemacht. Auf dem Weg dahin haben wir Buckelwale sehen koennen - u.a. auch Ziel dieses Ausflugs - und auf der Insel die Landschaft erkundet. Beeindruckend sind die viele Voegel, an die man sehr nah herangehen konnte ohne dass sie Reissaus genommen haben. Unter anderem konnte man dort die bekannten Blaufusstoelpel sehen, die man auch auf den Galapagosinseln finden. Aus diesen Grund und der aehnlichen Landschaft wird die Isla de la Plata auch Backpacker-Galapagos genannt - also quasi Galapagos fuer Leute ohne das noetige Kleingeld ;)
Am Tag darauf haben wir mit Lisa und Jon dann noch andere Straende des Nationalparks erkundet, die wirklich sehr nett und teilweise sehr einsam waren. Wir hatten eine nette Zeit mit den beiden und sind noch gemeinsam zu einem weiteren Ort namens Montanita gefahren. Ein weiterer kleiner Ort direkt am Strand, in dem im Gegensatz zu Canoa und Puerto Lopez allerdings ordentlich gefeiert wird. Cocktailbars an jeder Ecke, Clubs und Livemusik. Also haben wir das gemacht, was alle in Montanita machen und mal wieder ordentlich durch die Nacht gefeiert und zu Livemusik getanzt :)
Hier die Bilder von der Kueste Equadors:
Waerend sich Lisa und Jon nach Chile aufgemacht haben, fuehrte unser Weg nach Cuenca, einer sehr netten Stadt mit etwa 300.000 Einwohnern im Sueden Equadors. Da uns hier wiedereinmal die Hoehenkrankheit erwischt hat (wir sind halt Norddeutsche und Berge scheinen nichts fuer uns zu sein...), haben wir die ersten Tage in Cuenca mehr oder weniger abgehangen. Als es uns wieder besser ging, haben wir ein wenig die Stadt erkundet, die mit ihren kleinen Strassen und vielen tollen Gebaueden sehr viel angenehmer ist als die Hauptstadt Quito - auch weil man sich in Cuenca auch nach Einbruch der Dunkelheit einigermassen sicher fuehlen kann. Ach ja, nach 3 Monaten haben wir uns dann mal dazu entschieden, uns doch die Haare schneiden zu lassen. Ich weiss nicht, warum gerade in Equador, aber es war definitiv eine Erfahrung. Mit unseren rudimentaeren Spanischkenntnissen war es nicht so einfach zu erklaeren, was wir genau moechte, also haben wir die Friseurinnen mehr oder weniger ‘mal einfach machen lassen’. Das Ergebnis war...naja. Kerstin ist noch ganz gut weggekommen, aber Arnes Friseurin hat ihm quasi willkuerlich die Haare mit einem stumpfen Rasiermesser ‘gekuerzt’ (das waren echte Schmerzen!).Nach dieser Tortur hat sie die Haare dann klitschnass gemacht und an den Kopf ‘geklatscht’. ‘Listo!’ - was soviel heisst wie Fertig! Sie war der Meinung das saehe gut aus, Arne war dann aber doch eher der Meinung, das trockene Haare besser sind. Naja, Geschmaecker sind halt unterschiedlich. Vielleicht liegen wir einfach nicht im Trend, denn die equadorianischen Maenner laufen gerne mit klitschnassen und schmierig aussehenden Haaren rum und machen diese im Bad auch immer wieder nass - weiss der Teufel warum. Naja, im Enteffekt war es dann aber doch ganz okay und wir sahen besser aus als vorher, was nach 3 Monaten Abstinenz vom Haareschneiden aber auch keine Kunst ist. Der Besuch beim equadorianischen Friseur war definitiv nicht mehr wert als die 3 USDollar pro Person :)
Hier die Bilder aus Cuenca:
Unsere letzte Station in Equador vor der Weiterreise nach Argentinien war Banos, ein kleines Tal in den Bergen ueber dem der aktive Vulkan Tungurahua thront. Ab und zu kann man ihn etwas rauchen oder gluehen sehen, das Tal ist aber eigentlich sicher, da der Vulkan permanent beobachtet wird. Banos ist netter kleiner Ort, um zu entspannen und alle moeglichen Abenteuer zu wagen. Rafting, Abseilen von Bruecken oder Wasserfaellen, Paragliding etc. Wir haben uns fuers Entspannen entschieden und die Abenteuer dann doch lieber den verrueckten Australiern ueberlassen, die bekanntermassen ziemlich auf Nervenkitzel stehen. Wir haben es uns in den Thermen mit dem fast 50 Grad heissem Wasser aus dem Vulkan gemuetlich gemacht, sind zu einem Aussichtpunkten gewandert, um ueber das Tal zu schauen und haben mit eqadorianischen und anderen Touristen das WM-Qualifikationsspiel Equador gegen Kolumbien gesehen. Kolumbien hat zwar leider 2:0 gewonnen, nett war es aber trotzdem. Von Banos aus haben wir uns dann wieder auf den Weg nach Quito gemacht, von wo wir am 9.September nach Buenos Aires geflogen sind.
Hier die Bilder aus Banos:
Equador ist ein tolles Land. So viele verschiedene tolle Landschaften in einem so kleinem Land sind schon sehr beeindruckend. Dennoch waren - wie am Anfang bereits angedeutet - die ersten beiden Wochen viel besser als die letzten beiden. Soll heissen, dass man wegen der Straende und Staedte eher nicht nach Equador kommen sollte, die Vulkanlandschaften und der Dschungel aber definitiv eine Reise wert sind. Eine absolute Katastrophe ist zudem das Essen in Equador. Die equadorianische Kueche besteht naemlich aus Reis (meistens ohne Sossen oder Gemuese), ungewuerztem Fisch, Fleisch oder Huehnchen, Banenen in allen Variationen (mehr als 30 verschiedene Sorten), gebackenen Bohnen und Spiegeleiern. Ausgewogen kann man das nicht gerade nennen. Kein Wunder dass die meisten Equadorianer ziemlich rundlich gebaut sind, denn sie essen 3 Mal am Tag so. An der Kueste wird das Repertoire zwar um Seafood erweitert, dann ist aber auch Schluss. Wir haben der Kueche eine Chance gegeben, Kerstin hat sich sogar an den bei Einheimischen sehr beliebten Innereien versucht ;), aber zum Ende unserer Zeit in Equador haben wir dann doch oft in den Touristenrestaurants gegessen, weil wir Reis, Bananen und ungewuerztes Huenchen nicht mehr sehen konnten...:)
Umso besser, dass unsere naechste Station Argentinien war, das ja fuer seine gute Kueche, die besten Steaks der Welt und die exzellenten Weine bekannt ist. Mehr darueber gibt es dann im naechsten Bericht.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
After the first two weeks being very spectacular the country couldn’t quite keep up the pace. From Quito we went to discover Ecuadors beaches: from tranquil Canoa, via the touristy Puerto Lopez (whale watching and Isla de la plata - Galapagos Islands for the poor man) to the party hotspot Montanita. On that trip we invited thousands of termites to come along inside our backpacks for a few days - quite a few hours, laundry and a can of deodorant later we luckily got rid of them.
But we met also some nice creatures: Lisa and Jon from the States, who had been with us on that whale watching trip. And so we decided to discover pretty lonely beaches in the National Park together before we partied all night long in Montanita.
While Lisa and Jon headed to Chile, we went further to Cuenca - a pretty town high in the mountains. And again we were struck by altitude sickness. Living in one of the flattest parts of Germany ssems not to help to cope with that - we’re just not made for heights. But the town is nice and feels a lot safer to be out at night than in Quito. Our last stop before continuing our trip in Argentina was Banos, a little village in valley sitting right beneath a vulcano that is asleep now but has been quite active a few years ago. So we could again enjoy hot thermal pools heated by the vulcano. And we also climebd up a hill to get a glimpse of it - impressive. After watching a soccer qualifiing game for the world championship (Ecuador, Colombia: 0:2) with a disco full of disappointed Ecuadorians we went back to Quito to catch our flight.
Although the landscape is beautiful Ecuador there’s one thing (besides the termites) we didn’t enjoy at all: the food. It’s mostly rice with some kind of untasty unseasoned meat, a few baked beans and fried plantain - three times a day. If you were lucky, there was fish instead of meat ;-) After two weeks enjoying the local food we couldn’t help to go to all different kinds of foreign restaurants - including an Argentian parilla. Which left us with hope for our ongoing travel to Argentina - supposedly the best place on earth for steak. But more of that with our next post.
Take care,
Kerstin and Arne
Gegen die ersten zwei Wochen in Ecuador waren die beiden folgenden eher unspektakulaer. An der Kueste haben wir ein bisschen Urlaub vom Urlaub gemacht und eine Woche die Seele baumeln lassen, was aber auch mal wieder gut getan hat. Von Quito aus sind wir nach Canoa gefahren, einem kleinen Surferdoerfchen. Unser Hotel lag direkt am Strand und war ueberwiegend aus Bambus und Holz. Letzteres wurde uns - so schoen es auch war - leider zum Verhaengnis. Denn kurz vor der Abreise mussten wir feststellen, dass sich rund um und in Kerstins Rucksack eine Termitenkolonie offenbar ein neues Zuhause gesucht hatte. Wir dachten, wir waeren nach einer kurzen Saeuberung alle losgeworden, aber als wir in Puerto Lopez - dem naechsten Kuestenort - angekommen waren, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass dem nicht so war. Im Gegenteil: beide Rucksaecke waren voll mit den Viechern. Ungelogen Tausende von Terminten ueberall in unseren Klamotten und in den hintersten Ecken der Rucksaecke. Zum Glueck sind wir alle losgeworden, nachdem wir etwa 3 Stunden alles penibel durchsucht, mit Deo ausgesprueht und fast alle unseren Klamotten gewaschen haben. Ja, das war ein Spass...
Aber zurueck zu den schoenen Dingen. In Puerto Lopez haben wir Lisa und Jon aus New York City kennen gelernt, die 6 Monate durch Suedamerika reisen. Mit ihnen haben wir einen Ausflug auf die Isla de la Plata gemacht. Auf dem Weg dahin haben wir Buckelwale sehen koennen - u.a. auch Ziel dieses Ausflugs - und auf der Insel die Landschaft erkundet. Beeindruckend sind die viele Voegel, an die man sehr nah herangehen konnte ohne dass sie Reissaus genommen haben. Unter anderem konnte man dort die bekannten Blaufusstoelpel sehen, die man auch auf den Galapagosinseln finden. Aus diesen Grund und der aehnlichen Landschaft wird die Isla de la Plata auch Backpacker-Galapagos genannt - also quasi Galapagos fuer Leute ohne das noetige Kleingeld ;)
Am Tag darauf haben wir mit Lisa und Jon dann noch andere Straende des Nationalparks erkundet, die wirklich sehr nett und teilweise sehr einsam waren. Wir hatten eine nette Zeit mit den beiden und sind noch gemeinsam zu einem weiteren Ort namens Montanita gefahren. Ein weiterer kleiner Ort direkt am Strand, in dem im Gegensatz zu Canoa und Puerto Lopez allerdings ordentlich gefeiert wird. Cocktailbars an jeder Ecke, Clubs und Livemusik. Also haben wir das gemacht, was alle in Montanita machen und mal wieder ordentlich durch die Nacht gefeiert und zu Livemusik getanzt :)
Hier die Bilder von der Kueste Equadors:
Waerend sich Lisa und Jon nach Chile aufgemacht haben, fuehrte unser Weg nach Cuenca, einer sehr netten Stadt mit etwa 300.000 Einwohnern im Sueden Equadors. Da uns hier wiedereinmal die Hoehenkrankheit erwischt hat (wir sind halt Norddeutsche und Berge scheinen nichts fuer uns zu sein...), haben wir die ersten Tage in Cuenca mehr oder weniger abgehangen. Als es uns wieder besser ging, haben wir ein wenig die Stadt erkundet, die mit ihren kleinen Strassen und vielen tollen Gebaueden sehr viel angenehmer ist als die Hauptstadt Quito - auch weil man sich in Cuenca auch nach Einbruch der Dunkelheit einigermassen sicher fuehlen kann. Ach ja, nach 3 Monaten haben wir uns dann mal dazu entschieden, uns doch die Haare schneiden zu lassen. Ich weiss nicht, warum gerade in Equador, aber es war definitiv eine Erfahrung. Mit unseren rudimentaeren Spanischkenntnissen war es nicht so einfach zu erklaeren, was wir genau moechte, also haben wir die Friseurinnen mehr oder weniger ‘mal einfach machen lassen’. Das Ergebnis war...naja. Kerstin ist noch ganz gut weggekommen, aber Arnes Friseurin hat ihm quasi willkuerlich die Haare mit einem stumpfen Rasiermesser ‘gekuerzt’ (das waren echte Schmerzen!).Nach dieser Tortur hat sie die Haare dann klitschnass gemacht und an den Kopf ‘geklatscht’. ‘Listo!’ - was soviel heisst wie Fertig! Sie war der Meinung das saehe gut aus, Arne war dann aber doch eher der Meinung, das trockene Haare besser sind. Naja, Geschmaecker sind halt unterschiedlich. Vielleicht liegen wir einfach nicht im Trend, denn die equadorianischen Maenner laufen gerne mit klitschnassen und schmierig aussehenden Haaren rum und machen diese im Bad auch immer wieder nass - weiss der Teufel warum. Naja, im Enteffekt war es dann aber doch ganz okay und wir sahen besser aus als vorher, was nach 3 Monaten Abstinenz vom Haareschneiden aber auch keine Kunst ist. Der Besuch beim equadorianischen Friseur war definitiv nicht mehr wert als die 3 USDollar pro Person :)
Hier die Bilder aus Cuenca:
Unsere letzte Station in Equador vor der Weiterreise nach Argentinien war Banos, ein kleines Tal in den Bergen ueber dem der aktive Vulkan Tungurahua thront. Ab und zu kann man ihn etwas rauchen oder gluehen sehen, das Tal ist aber eigentlich sicher, da der Vulkan permanent beobachtet wird. Banos ist netter kleiner Ort, um zu entspannen und alle moeglichen Abenteuer zu wagen. Rafting, Abseilen von Bruecken oder Wasserfaellen, Paragliding etc. Wir haben uns fuers Entspannen entschieden und die Abenteuer dann doch lieber den verrueckten Australiern ueberlassen, die bekanntermassen ziemlich auf Nervenkitzel stehen. Wir haben es uns in den Thermen mit dem fast 50 Grad heissem Wasser aus dem Vulkan gemuetlich gemacht, sind zu einem Aussichtpunkten gewandert, um ueber das Tal zu schauen und haben mit eqadorianischen und anderen Touristen das WM-Qualifikationsspiel Equador gegen Kolumbien gesehen. Kolumbien hat zwar leider 2:0 gewonnen, nett war es aber trotzdem. Von Banos aus haben wir uns dann wieder auf den Weg nach Quito gemacht, von wo wir am 9.September nach Buenos Aires geflogen sind.
Hier die Bilder aus Banos:
Equador ist ein tolles Land. So viele verschiedene tolle Landschaften in einem so kleinem Land sind schon sehr beeindruckend. Dennoch waren - wie am Anfang bereits angedeutet - die ersten beiden Wochen viel besser als die letzten beiden. Soll heissen, dass man wegen der Straende und Staedte eher nicht nach Equador kommen sollte, die Vulkanlandschaften und der Dschungel aber definitiv eine Reise wert sind. Eine absolute Katastrophe ist zudem das Essen in Equador. Die equadorianische Kueche besteht naemlich aus Reis (meistens ohne Sossen oder Gemuese), ungewuerztem Fisch, Fleisch oder Huehnchen, Banenen in allen Variationen (mehr als 30 verschiedene Sorten), gebackenen Bohnen und Spiegeleiern. Ausgewogen kann man das nicht gerade nennen. Kein Wunder dass die meisten Equadorianer ziemlich rundlich gebaut sind, denn sie essen 3 Mal am Tag so. An der Kueste wird das Repertoire zwar um Seafood erweitert, dann ist aber auch Schluss. Wir haben der Kueche eine Chance gegeben, Kerstin hat sich sogar an den bei Einheimischen sehr beliebten Innereien versucht ;), aber zum Ende unserer Zeit in Equador haben wir dann doch oft in den Touristenrestaurants gegessen, weil wir Reis, Bananen und ungewuerztes Huenchen nicht mehr sehen konnten...:)
Umso besser, dass unsere naechste Station Argentinien war, das ja fuer seine gute Kueche, die besten Steaks der Welt und die exzellenten Weine bekannt ist. Mehr darueber gibt es dann im naechsten Bericht.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
English version:
After the first two weeks being very spectacular the country couldn’t quite keep up the pace. From Quito we went to discover Ecuadors beaches: from tranquil Canoa, via the touristy Puerto Lopez (whale watching and Isla de la plata - Galapagos Islands for the poor man) to the party hotspot Montanita. On that trip we invited thousands of termites to come along inside our backpacks for a few days - quite a few hours, laundry and a can of deodorant later we luckily got rid of them.
But we met also some nice creatures: Lisa and Jon from the States, who had been with us on that whale watching trip. And so we decided to discover pretty lonely beaches in the National Park together before we partied all night long in Montanita.
While Lisa and Jon headed to Chile, we went further to Cuenca - a pretty town high in the mountains. And again we were struck by altitude sickness. Living in one of the flattest parts of Germany ssems not to help to cope with that - we’re just not made for heights. But the town is nice and feels a lot safer to be out at night than in Quito. Our last stop before continuing our trip in Argentina was Banos, a little village in valley sitting right beneath a vulcano that is asleep now but has been quite active a few years ago. So we could again enjoy hot thermal pools heated by the vulcano. And we also climebd up a hill to get a glimpse of it - impressive. After watching a soccer qualifiing game for the world championship (Ecuador, Colombia: 0:2) with a disco full of disappointed Ecuadorians we went back to Quito to catch our flight.
Although the landscape is beautiful Ecuador there’s one thing (besides the termites) we didn’t enjoy at all: the food. It’s mostly rice with some kind of untasty unseasoned meat, a few baked beans and fried plantain - three times a day. If you were lucky, there was fish instead of meat ;-) After two weeks enjoying the local food we couldn’t help to go to all different kinds of foreign restaurants - including an Argentian parilla. Which left us with hope for our ongoing travel to Argentina - supposedly the best place on earth for steak. But more of that with our next post.
Take care,
Kerstin and Arne
Samstag, 5. September 2009
Equador - Teil 1
Hallo!
Der Landeanflug auf Quito war spektakulaer - auf 2.700m runter in eine von Bergen umgebene Stadt. Kaum waren wir in unserem Hostel angekommen, machte sich die Hoehe bei uns Flachlandtirolern, von der kalifornischen Kueste eingeflogen, extrem bemerkbar: Kopfschmerzen, totale Erschoepfung, Kurzatmigkeit - besser gesagt, uns hatte die Hoehenkrankheit voll im Griff. Geschlagene zwei Tage lang haben wir uns nur zur Nahrungsaufnahme aus den Betten gequaelt. Und waren, sage und schreibe, gerade mal 13 von 48 Stunden wach. Nicht gerade der gelungene Empfang - zudem waren wir zurest im weder schoenen, noch besonders sicheren Stadtteil Mariscal untergekommen - sobald es dunkel wird, fuehlt es sich wirklich merkwuerdig an, auf der Strasse zu sein. Naja, aber nach zwei Naechten, als uns wieder besser ging, sind wir dann in die wirklich viel schoenere, einigermassen sichere und nettere Altstadt in das tolle Hostel ‘Secret Garden’ umgezogen. Seht selbst...
Bilder Quito:
In der Neustadt haben wir dann noch eine Nacht bei einem Ecuadorianer auf dem Sofa verbracht. Wieder eine dieser sehr interessanten Erfahrungen ;) Der erste Eindruck war etwas suspekt. Ein 27jaehriger in einem von Securities bewachtem Haus, das eher wie ein Hotel wirkte: Rezeption, Lobby, Fahrstuhl mit Sicherheits-Code. Und die Wohnung war leer, alle Moebel scheinbar mitgemietet. Das einzige persoenliche im Raum war seine Kleidung und sein Computer. Nachdem wir ihn fragten, was er denn so machen wuerde, entgegnete er. Ja, also seit drei Jahren arbeite ich legal - als Software Entwickler fuer Banken. Vorher hab ich fuer ’the man’, meinen Vater gearbeitet... aha... Spaeter stellte sich dann noch heraus, dass sein Vater des Landes verwiesen wurde. Auf Arnes Frage, wo er denn jetzt sei, antwortete er nur: He is everywhere. Na denn. Genaueres zum Job seines Vaters beantworten wir gerne auf Nachfrage, sollte aber besser nicht hier veroeffentlicht werden... Nichtsdestotrotz hatten wir mit Carlos, seiner Freundin und noch nem anderen Couchsurferpaerchen einen netten Abend. Carlos ist ein netter Kerl. Merkwuerdig, aber nett.
Nachdem wir genug von der Stadt hatten, sind wir fuer zwei Tage in eine der krassesten Landschaften aufgebrochen, die wir bisher gesehen haben: die Hochebene rund um den Vulkan Cotopaxi.(5897m). Da unsere dortige urgemuetliche Herberge das neue Heim des Secret Garden Besitzers ist, und er gerade zufaellig dorthin unterwegs war, hat uns direkt mitgenommen. Fuer die letzte Stunde Fahrt haette es wohl besser ein vernuenftiger Jeep mit Vierradantrieb getan als sein klappriges Gefaehrt. Es ging ueber Strassen, die so aussahen als waere der Vulkan gerade erst gestern ausgebrochen - heisst handballgrosse Steine auf den Strassen. Aber die unglaublich tolle und surreal erscheinde Landschaft entschaedigte voll und ganz fuer die holprige Fahrt. Und nicht nur die Landschaft, sondern auch die Unterkunft mit kaminbeheizten kuscheligen Zimmern und das Gourmetessen bei Kerzenschein am grossen Esstisch mit allen zehn Gaesten. Traumhaft. Wir waren in einer echten Oeko-Lodge gelandet: es gab sogar ein Plumpsklo (mit dessen Ertrag, dann das organisch angebaute Gemuese geduengt werden konnte) inkl. Panoramafenster, um den Ausblick auf den Cotopaxi zu geniessen.
Am naechsten Tag haben wir uns dann auf’s Pferd geschwungen. Arne zum ersten mal und dann gleich fuenf Stunden, inkl. rasendem Galopp - bergauf, bergab. In einer, wie gesagt, unglaublichen Landschaft bis auf 4.500m hoch, bei teilweise eisigem Wind und viel Sonne... Na, wer von Euch hatte auch schonmal Sonnenbrand auf dem Handruecken?
Die Gegend hat uns auf jeden Fall schwer beeindruckt, nicht nur die Aussicht, sondern vor allem die Abgeschiedenheit und die tolle Unterkunft, in der wir uns sofort wie zu Hause gefuehlt haben.
Hier die Bilder von Cotopaxi:
Ueber Quito machten wir uns dann als naechstes auf den Weg in den Amazonas-Regenwald. Dem ausschlaggebenden Grund, warum wir ueberhaupt zu dieser kompletten Weltreise aufgebrochen sind. Denn Kerstin traeumt schon seit ihrer Kindheit davon, mal den Urwald erkunden zu duerfen - wahrscheinlich frueher zu oft Dschungelbuch gesehen...
Nach einer strapazioesen Anreise: 8 Stunden Nachtbus, 4 Stunden morgens um 6 auf den naechsten Bus warten und nochmal zwei Stunden Fahrt konnten wir endlich zur letzten dreistuendigen Kanuetappe aufbrechen . Leider hat’s genau dann angefangen wie aus Eimern zu schuetten, REGENwald halt. Dank der deutschen - und vor allem beekmannschen - Sorgfalt (all unsere Sachen waren nochmal in Plastiktueten verpackt) haben unsere Klamotten die Fahrt aber trotzdem trocken ueberstanden. Ganz im Gegensatz zu denen unserer neuseelaendischen Mitreisenden.
Auf dem Weg zu unserer Urwald-Lodge konnten wir dann auch schon eine in der Astgabel liegende immer noch verdauende Boa Constrictor begutachten. Schon respekteinfloessend so eine freilebende Schlannge ueber dem Kopf schweben zu haben. Zum Glueck sind die ja nicht giftig, sondern wuergen nur... Und eine Familie rosa Flussdelphine haben wir immer wieder aus dem Cuyabeno-Fluss, auf dem wir unterwegs waren, auftauchen sehen. Toll.
Nachdem wir unser recht einfaches, aber doch gemuetliches Quartier bezogen hatten, sind wir zur Nachtwanderung aufgebrochen. Zu sehen gab’s reichlich Getier, vor allem Spinnen - sogar eine Vogelspinne. Ganz schoen haarig und gross. In den folgenden vier Tagen sind wir dann immer wieder zu Fuss durch den Dschungel oder mit dem Kanu auf dem Fluss unterwegs gewesen und unser Guide hat die Tiere aufgespuert: zu sehen gab es noch Papageien, Kaimane (Suesswasseraligatoren, ein kleiner hatte sich sogar in den See bei unserer Lodge verirrt), Tukane, tausend andere Voegel und Schmetterlinge, Zwergaeffchen, Baummarder, Faultiere, noch mehr Affen, Schildkroeten, Blattschneiderameisen, Bullet-Ameisen (beruehrt man eine, fuehlt es sich quasi so an, als waere man von einer Kugel getroffen worden)...
Ganz schoen viel haben wir gesehen, keine Jaguars oder Ameisenbaeren, dafuer muss man sich dann eher jahrlang auf die Lauer legen... oder in den Zoo gehen.
Dafuer waren wir aber noch Piranhas angeln - uns war das Anglerglueck eher nicht hold. Aber unsere Gruppe hat sich nicht schlecht angestellt und so haben wir auch wirklich grosse Exemplare zu Gesicht bekommen - mit noch groesseren Zaehnen - schon ein bisschen unheimlich, wenn man vorher im gleichen Gewaesser baden war. Aber die Fische halten sich wohl eher nur in der Naehe der Boeschung auf. Uns hat auf jeden Fall keiner angeknabbert.
Und zu guter letzt waren wir dann noch beim Sisquilli-Stamm, angefuehrt von einem Paerchen, das auf jeden Fall schon die 90 ueberschritten hat, ganz genau weiss das aber keiner. Auf jeden Fall noch ziemlich fit die Beiden und sehr niedlich. Sie haben uns gezeigt, wie man aus Yucca-Wurzeln recht schmackhaftes Brot herstellen kann. Insgesamt hatten wir echt eine sehr lustige, bunt durcheinander gewuerfelte Gruppe, da waren die beiden Muenchener Jungs mit ihrer 74-jaehrigen Oma, die drei aus Chicago (Nate, Lou & Lala), wobei Nate Navy-Krankenschwester ist und der riesige Lou mit den Rastern nicht schwimmen kann und zudem eine extreme Spinnenphobie hat - extrem lustig anzusehen. Dabei waren auch noch Cathleen aus Kalifornien, die ruestige Rentnerin die untypisch fuer Amerikaner viel Spass am Fluchen hatte und Jude, die alleinstehende neuseelaendische Tourismuswissenschaftlerin, die schon in 92 Laendern war. Eine wirklich witzige Gruppe.
Am letzten Tag haben wir dann noch mal das suesse Nichtstun bei jeder Menge Regen in den gemuetlichsten Haengematten der Welt mitten im Urwald genossen - herrlich.
Bilder von El Oriente:
Zack - und schon waren zwei Wochen Equador um - und wir auf dem Weg zur Kueste... davon aber naechstes Mal mehr.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
For our english speaking friends:
Landing in Quito is spectacular because the city is surrounded by huge mountains and is located on an altitude of 2700 meters. Apparently far to spectacular for us because we were suffering for 2 full days on the altitude sickness: dizzyness, exhaustion, shortness of breath. Overall we slept 35 hours in 2 days. In addition to that, Quito’s new town - where we stayed - is kind to dodgy when it’s getting dark, so we didn’t feel very safe. Everything else than a good start in Equador. After two days we moved to the old town, which is much niecer and safer, as well. Although Quitos amazing setting, we didn’t like the city to much. So we decided to leave Quito for Cotopaxi, an area around a volcano Cotopaxi, which is about 6000 meters high. This area is unbelievebly remote and one of the most marvelous areas we’ve been so far. We relaxed on an elevation of 4000 meters, did a horseback riding tour and just enjoyed the amazing view straight to the mighty volcano. After two very relaxing days we went back to Quito to head to the jungle via overnight bus. after a long journey with buses and canoe, we finally arrived in a jungle lodge, to stay there for 4 nights. These days were definitely one of the highlights of our trip so far and the actual reason why we started thinking about going traveling almost one year ago, because Kerstin was dreaming of exploring the jungle since her childhood. So her dream came true and we a really adventurous time seeing plenty of exotic animals and plants. The first two weeks in Equador were awesome and very spectacular. An amazing country. So small and so many things to see: Mountains, volcanos, jungle, the coast and not to forget the Galapagos Islands. All in one country. It’s definitely worth to visit and so far we liked it a lot.
Cheers, Arne and Kerstin
Der Landeanflug auf Quito war spektakulaer - auf 2.700m runter in eine von Bergen umgebene Stadt. Kaum waren wir in unserem Hostel angekommen, machte sich die Hoehe bei uns Flachlandtirolern, von der kalifornischen Kueste eingeflogen, extrem bemerkbar: Kopfschmerzen, totale Erschoepfung, Kurzatmigkeit - besser gesagt, uns hatte die Hoehenkrankheit voll im Griff. Geschlagene zwei Tage lang haben wir uns nur zur Nahrungsaufnahme aus den Betten gequaelt. Und waren, sage und schreibe, gerade mal 13 von 48 Stunden wach. Nicht gerade der gelungene Empfang - zudem waren wir zurest im weder schoenen, noch besonders sicheren Stadtteil Mariscal untergekommen - sobald es dunkel wird, fuehlt es sich wirklich merkwuerdig an, auf der Strasse zu sein. Naja, aber nach zwei Naechten, als uns wieder besser ging, sind wir dann in die wirklich viel schoenere, einigermassen sichere und nettere Altstadt in das tolle Hostel ‘Secret Garden’ umgezogen. Seht selbst...
Bilder Quito:
In der Neustadt haben wir dann noch eine Nacht bei einem Ecuadorianer auf dem Sofa verbracht. Wieder eine dieser sehr interessanten Erfahrungen ;) Der erste Eindruck war etwas suspekt. Ein 27jaehriger in einem von Securities bewachtem Haus, das eher wie ein Hotel wirkte: Rezeption, Lobby, Fahrstuhl mit Sicherheits-Code. Und die Wohnung war leer, alle Moebel scheinbar mitgemietet. Das einzige persoenliche im Raum war seine Kleidung und sein Computer. Nachdem wir ihn fragten, was er denn so machen wuerde, entgegnete er. Ja, also seit drei Jahren arbeite ich legal - als Software Entwickler fuer Banken. Vorher hab ich fuer ’the man’, meinen Vater gearbeitet... aha... Spaeter stellte sich dann noch heraus, dass sein Vater des Landes verwiesen wurde. Auf Arnes Frage, wo er denn jetzt sei, antwortete er nur: He is everywhere. Na denn. Genaueres zum Job seines Vaters beantworten wir gerne auf Nachfrage, sollte aber besser nicht hier veroeffentlicht werden... Nichtsdestotrotz hatten wir mit Carlos, seiner Freundin und noch nem anderen Couchsurferpaerchen einen netten Abend. Carlos ist ein netter Kerl. Merkwuerdig, aber nett.
Nachdem wir genug von der Stadt hatten, sind wir fuer zwei Tage in eine der krassesten Landschaften aufgebrochen, die wir bisher gesehen haben: die Hochebene rund um den Vulkan Cotopaxi.(5897m). Da unsere dortige urgemuetliche Herberge das neue Heim des Secret Garden Besitzers ist, und er gerade zufaellig dorthin unterwegs war, hat uns direkt mitgenommen. Fuer die letzte Stunde Fahrt haette es wohl besser ein vernuenftiger Jeep mit Vierradantrieb getan als sein klappriges Gefaehrt. Es ging ueber Strassen, die so aussahen als waere der Vulkan gerade erst gestern ausgebrochen - heisst handballgrosse Steine auf den Strassen. Aber die unglaublich tolle und surreal erscheinde Landschaft entschaedigte voll und ganz fuer die holprige Fahrt. Und nicht nur die Landschaft, sondern auch die Unterkunft mit kaminbeheizten kuscheligen Zimmern und das Gourmetessen bei Kerzenschein am grossen Esstisch mit allen zehn Gaesten. Traumhaft. Wir waren in einer echten Oeko-Lodge gelandet: es gab sogar ein Plumpsklo (mit dessen Ertrag, dann das organisch angebaute Gemuese geduengt werden konnte) inkl. Panoramafenster, um den Ausblick auf den Cotopaxi zu geniessen.
Am naechsten Tag haben wir uns dann auf’s Pferd geschwungen. Arne zum ersten mal und dann gleich fuenf Stunden, inkl. rasendem Galopp - bergauf, bergab. In einer, wie gesagt, unglaublichen Landschaft bis auf 4.500m hoch, bei teilweise eisigem Wind und viel Sonne... Na, wer von Euch hatte auch schonmal Sonnenbrand auf dem Handruecken?
Die Gegend hat uns auf jeden Fall schwer beeindruckt, nicht nur die Aussicht, sondern vor allem die Abgeschiedenheit und die tolle Unterkunft, in der wir uns sofort wie zu Hause gefuehlt haben.
Hier die Bilder von Cotopaxi:
Ueber Quito machten wir uns dann als naechstes auf den Weg in den Amazonas-Regenwald. Dem ausschlaggebenden Grund, warum wir ueberhaupt zu dieser kompletten Weltreise aufgebrochen sind. Denn Kerstin traeumt schon seit ihrer Kindheit davon, mal den Urwald erkunden zu duerfen - wahrscheinlich frueher zu oft Dschungelbuch gesehen...
Nach einer strapazioesen Anreise: 8 Stunden Nachtbus, 4 Stunden morgens um 6 auf den naechsten Bus warten und nochmal zwei Stunden Fahrt konnten wir endlich zur letzten dreistuendigen Kanuetappe aufbrechen . Leider hat’s genau dann angefangen wie aus Eimern zu schuetten, REGENwald halt. Dank der deutschen - und vor allem beekmannschen - Sorgfalt (all unsere Sachen waren nochmal in Plastiktueten verpackt) haben unsere Klamotten die Fahrt aber trotzdem trocken ueberstanden. Ganz im Gegensatz zu denen unserer neuseelaendischen Mitreisenden.
Auf dem Weg zu unserer Urwald-Lodge konnten wir dann auch schon eine in der Astgabel liegende immer noch verdauende Boa Constrictor begutachten. Schon respekteinfloessend so eine freilebende Schlannge ueber dem Kopf schweben zu haben. Zum Glueck sind die ja nicht giftig, sondern wuergen nur... Und eine Familie rosa Flussdelphine haben wir immer wieder aus dem Cuyabeno-Fluss, auf dem wir unterwegs waren, auftauchen sehen. Toll.
Nachdem wir unser recht einfaches, aber doch gemuetliches Quartier bezogen hatten, sind wir zur Nachtwanderung aufgebrochen. Zu sehen gab’s reichlich Getier, vor allem Spinnen - sogar eine Vogelspinne. Ganz schoen haarig und gross. In den folgenden vier Tagen sind wir dann immer wieder zu Fuss durch den Dschungel oder mit dem Kanu auf dem Fluss unterwegs gewesen und unser Guide hat die Tiere aufgespuert: zu sehen gab es noch Papageien, Kaimane (Suesswasseraligatoren, ein kleiner hatte sich sogar in den See bei unserer Lodge verirrt), Tukane, tausend andere Voegel und Schmetterlinge, Zwergaeffchen, Baummarder, Faultiere, noch mehr Affen, Schildkroeten, Blattschneiderameisen, Bullet-Ameisen (beruehrt man eine, fuehlt es sich quasi so an, als waere man von einer Kugel getroffen worden)...
Ganz schoen viel haben wir gesehen, keine Jaguars oder Ameisenbaeren, dafuer muss man sich dann eher jahrlang auf die Lauer legen... oder in den Zoo gehen.
Dafuer waren wir aber noch Piranhas angeln - uns war das Anglerglueck eher nicht hold. Aber unsere Gruppe hat sich nicht schlecht angestellt und so haben wir auch wirklich grosse Exemplare zu Gesicht bekommen - mit noch groesseren Zaehnen - schon ein bisschen unheimlich, wenn man vorher im gleichen Gewaesser baden war. Aber die Fische halten sich wohl eher nur in der Naehe der Boeschung auf. Uns hat auf jeden Fall keiner angeknabbert.
Und zu guter letzt waren wir dann noch beim Sisquilli-Stamm, angefuehrt von einem Paerchen, das auf jeden Fall schon die 90 ueberschritten hat, ganz genau weiss das aber keiner. Auf jeden Fall noch ziemlich fit die Beiden und sehr niedlich. Sie haben uns gezeigt, wie man aus Yucca-Wurzeln recht schmackhaftes Brot herstellen kann. Insgesamt hatten wir echt eine sehr lustige, bunt durcheinander gewuerfelte Gruppe, da waren die beiden Muenchener Jungs mit ihrer 74-jaehrigen Oma, die drei aus Chicago (Nate, Lou & Lala), wobei Nate Navy-Krankenschwester ist und der riesige Lou mit den Rastern nicht schwimmen kann und zudem eine extreme Spinnenphobie hat - extrem lustig anzusehen. Dabei waren auch noch Cathleen aus Kalifornien, die ruestige Rentnerin die untypisch fuer Amerikaner viel Spass am Fluchen hatte und Jude, die alleinstehende neuseelaendische Tourismuswissenschaftlerin, die schon in 92 Laendern war. Eine wirklich witzige Gruppe.
Am letzten Tag haben wir dann noch mal das suesse Nichtstun bei jeder Menge Regen in den gemuetlichsten Haengematten der Welt mitten im Urwald genossen - herrlich.
Bilder von El Oriente:
Zack - und schon waren zwei Wochen Equador um - und wir auf dem Weg zur Kueste... davon aber naechstes Mal mehr.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
For our english speaking friends:
Landing in Quito is spectacular because the city is surrounded by huge mountains and is located on an altitude of 2700 meters. Apparently far to spectacular for us because we were suffering for 2 full days on the altitude sickness: dizzyness, exhaustion, shortness of breath. Overall we slept 35 hours in 2 days. In addition to that, Quito’s new town - where we stayed - is kind to dodgy when it’s getting dark, so we didn’t feel very safe. Everything else than a good start in Equador. After two days we moved to the old town, which is much niecer and safer, as well. Although Quitos amazing setting, we didn’t like the city to much. So we decided to leave Quito for Cotopaxi, an area around a volcano Cotopaxi, which is about 6000 meters high. This area is unbelievebly remote and one of the most marvelous areas we’ve been so far. We relaxed on an elevation of 4000 meters, did a horseback riding tour and just enjoyed the amazing view straight to the mighty volcano. After two very relaxing days we went back to Quito to head to the jungle via overnight bus. after a long journey with buses and canoe, we finally arrived in a jungle lodge, to stay there for 4 nights. These days were definitely one of the highlights of our trip so far and the actual reason why we started thinking about going traveling almost one year ago, because Kerstin was dreaming of exploring the jungle since her childhood. So her dream came true and we a really adventurous time seeing plenty of exotic animals and plants. The first two weeks in Equador were awesome and very spectacular. An amazing country. So small and so many things to see: Mountains, volcanos, jungle, the coast and not to forget the Galapagos Islands. All in one country. It’s definitely worth to visit and so far we liked it a lot.
Cheers, Arne and Kerstin
Sonntag, 16. August 2009
Kalifornien
Hallo!
Wie bereits im letzten Bericht erwaehnt, war unser Flug von Japan nach Kalifornien eine Reise in die Vergangenheit. Um 11 Uhr morgens lokale Zeit sind wir dann in Los Angeles angekommen, fuehlten uns aber so, als haette man uns nachts um 2 aus dem Bett geschmissen - und eigentlich war das ja auch so. Aber das war noch nicht alles. Amerika hat uns mit einigen Unannehmlichkeiten empfangen.
Verlaesst man das Flugzeug nach einem interkontinentalen Flug, muss man in der Regel durch die Immagration, wo man eigentlich nur seinen Pass vorzeigen muss und einen Stempel bekommt. Das war’s. Eine Sache von 20 bis 30 Sekunden. Der amerikanische Zollbeamte, der Arnes Pass kontrolliert hat, hat anscheinend entweder was gegen Deutsche gehabt oder einfach nur Langeweile. Zumindest hat er Arne circa 5 Minuten verhoert und ihn mit Fragen bombadiert. Und das ging ungefaehr so:
Zollbeamter: “Wie lauefst?”
Arne: “Gut, Sir. Danke.”
Zollbeamter (unfreundlich): “Sie kommen also aus Deutschland. Warum reisen Sie in die Vereinigten Staaten?”
Arne: Ich bin Tourist, ich mache Urlaub.
Zollbeamter: Reisen Sie allein?
Arne: Ja. (Hatte ihn so verstanden, als wolle er wissen ob ich mit einer Reisegruppe reise - war ja mitten in der Nacht.)
Zollbeamter: “Wo waren Sie den zuvor?”
Arne: “In Japan.”
Zollbeamter: “Nur in Japan? Oder noch woanders?”
Arne: “Ich war auch noch Suedostasien.”
Zollbeamter: “Warum haben Sie das nicht angegeben? (Hatte ich nicht fuer noetig gehalten.) Schreiben Sie hier alle Laender auf!”
Arne: “Jawohl.”
Zollbeamter (waehrend Arne schreibt): “Kennen Sie jemanden in Val Verde?” (Wir mussten eine Adresse inkl. Namen in den USA angeben. In Val Verde wohnt die Couchsurferin, zu der wir wollten.)
Arne: “Ja, ich kenne jemanden aus Val Verde.”
Zollbeamter: “Name!”
Arne: “Lenni. Den Nachnamen weiss ich nicht, ist eine Freundin meiner Freundin.”
Zollbeamter: “Ich dachte, Sie reisen allein! Warum sagen Sie nicht die Wahrheit?”
Arne: “Entschuldigung, ich habe gedacht, Sie meinen ob ich mit einer Gruppe reise oder selbststaendig. Entschuldigen Sie vielmals. Ja, ich reise mit meiner Freundin.”
Zollbeamter: “Ah, da waren Sie also ueberall. Wie lange sind Sie schon von zuhause weg?”
Arne (denkt sich, was geht den das eigentlich an, antwortet aber trotzdem): “Gut zwei Monate.”
Zollbeamter: “Was machen Sie zuhause in Deutschland?”
Arne: “Ich bin Student.”
Zollbeamter: “Sie sind Student. Wie koennen Sie es sich leisten, so lange zu reisen?”
Arne: “Bitte?”
Zollbeamter: “Ich habe Sie gefragt, wie Sie sich das als Student leisten koennen so lange zu reisen. Beantworten Sie meine Frage!
Arne (ueberlegt kurz, ob er sagt: ‘Ich hab den Koffer voller Drogen, was denken Sie denn!’, bleibt dann aber doch sachlich: “Ich habe gespart, meine Eltern unterstuetzten mich waehrend des Studiums und ich arbeite.”
Zollbeamter: “Was arbeiten Sie denn?”
Arne: (kurz vorm Ausrasten, aber auch mit ner gehoerigen Portion Respekt): In einer Kommunikationsagentur.
Zollbeamter (denkt sich wahrscheinlich: Ach, so‘n Werbefuzzi, spart sich das obligatorische ‘Schoenen Aufenthalt in unserem Land.’ und guckt mir stattdessen kritisch ins Gesicht): “Sie koennen durchgehen.”
Arne (denkt sich: was fuer ein Arschloch, bleibt aber hoeflich). Vielen Dank.
Herzlich Willkommen in Amerika. Ein netter Empfang!
Nach diesem ersten kleinen Schock kam aber gleich der naechste. Nachdem wir unser Auto nach etwa 2 Stunden Wartezeit endlich abgeholt hatten, haben wir Lenni angerufen. Die ging voellig durcheinander ans Telefon und erzaehlte - nachdem sie gecheckt hatte wer dran ist - dass sie einen Verkehrsunfall hatte, zwar okay ist aber immer noch etwas geschockt. Sie habe sich deswegen nicht bei uns melden koennen, muesse uns aber leider sagen, dass wir nicht bei ihr bleiben koennen.
Scheisse. Tat uns natuerlich leid und wir waren froh, dass ihr nichts schlimmeres passiert ist, aber wir standen auf irgendeiner Tankstelle und wussten nicht wohin. Hostels sollte man in L.A. besser vorher buchen und Hotels koennen wir uns nicht leisten. Was tun? Erstmal Internet finden und versuchen ein Hostel oder einen anderen Cochsurfer zu finden.
Zum Glueck stieg ein netter Ami aus seinem Truck und kam zu uns: “Do you guys have any problems?” Wir: “Yes. We’ve no place to sleep anymore, because our friend had an traffic accident and we need to find a place where they’ve Wi-Fi”. Er: “Are you German?” Arne denkt sich: Nein, nicht schon wieder! Yes, we‘re from Germany. Er: Ick bin in Deutzland geborren. Down the south in Kaiserslautern.”
Nach einer kleinen Unterhaltung, hat er uns dann den Weg zum naechten Starbucks erklaert, drueckte uns seine Karte in die Hand und meinte noch, wenn wir irgendwelche Schwierigkeiten haben sollten, koennen wir uns jederzeit bei ihm melden und auch bei ihm uebernachten. Seine Eltern wuerden sich sicher freuen und er wuerde in einer deutschen Nachbarschaft wohnen mit deutschen Lokalen und so. Superfreundlich, allerdings wohnte er weit draussen und eine deutsche Nachbarschaft in den USA mussten wir nun auch nicht unbedingt haben. Aber zumindest hatten wir jetzt einen Notfallplan und fuehlten uns besser. Nachdem wir irgendwann endlich Internet hatten - man ist kompliziert in den USA! - haben wir dann noch einen Couchsurfer angerufen, der eigentlich schon jemanden bei sich zu Gast hatte. Dieser hatte aber gluecklicherweise abgesagt und so konnten wir bei ihm uebernachten. Immernoch ziemlich muede machten wir uns dann auf den Weg zu Kahle nach Burbank, in der Naehe von Hollywood. Alles in allem hat sich dann doch alles zum Guten gewendet, aber es war alles etwas nervenaufreibend: Der Flug, der Zollbeamter, Lennis Unfall, Probleme ins Internet zu kommen, amerikanische Verkehrsregeln und unfaehige amerikanische Autofahrer sowie der Verkehr in L.A. Abends haben wir uns dann mit Kahle sogar noch den Sunset Strip und den Hollywood Boulevard angesehen, weil wir irgendwann die Muedigkeit ueberwunden hatten und nicht schlafen konnten. Nach 30 Stunden sind wir dann endlich schlafen gegangen. Meine Herren, was fuer ein Tag.
Kahle ist ein netter Typ, der verschiedene Jobs in der Filmindustrie macht und sich als Stand-up-Comedian auf kleinen Buehnen versucht. Am naechten Tag haben wir uns dann Venice Beach angesehen, den beruehmten Strand mit lauter Freaks, Sportlern und Moechtergern-Hollywoodstars.
An unserem zweiten Tag in L.A. waren wir in den Universal Studios und im Moviepark, wo Kahles Mitbewohner Jamie arbeitet und uns netterweise Freikarten besorgt hat. Sehr cool. Sogar ein Navi haben sie uns gegeben, damit wir uns L.A. zurechtfinden. Die Universal Studios waren sehr cool, auch weil wir diese Art der Unterhaltung auf unserer Reise noch gar nicht hatten. Viele witzige amerikanische Familien, Fast Food Paradiese, Filmkulissen, Special Effects und die Waterworld Show.
Abends sind wir dann nochmal auf den Hollywood Boulevard gefahren, um uns die Show von Kahle in einem kleinen Improvisationstheater anzuschauen. Kahle steht als Zombie verkleidet auf der Buehne, gibt sich als Pressesprecher der Zombiegesellschaft aus und singt Lieder ueber die Probleme des Zusammenlebens von Menschen und Zombies. Er hat dabei einen herrlich trockenen Humor und ist echt witzig.
Hier die Bilder von Los Angeles (auch diesmal sind wieder Videos in den Galerien, also am Besten doppelklicken und auf Picasa anschauen. Im Blog funktionieren sie nicht):
Am naechsten Tag ging es dann weiter Richtung Yosemite National Park. Da die Amerikaner total verrueckt nach Urlaub in diesem Park sind (man kann ein ganzes Jahr vorher die Huetten und Hotels mieten und das machen die verrueckten Amis anscheinend auch), konnten wir leider keine Unterkunft mehr bekommen und haben uns dazu entschieden, in einem kleinen Ort namens Bishop vorm Park zu uebernachten und mit dem Auto durch den Park zu fahren, was auch sehr nett war. Die Strecke dorthin fuehrte durch die Sierra Nevada und in Bishop haben wir uns in einem typisch amerikanischem Motel eingemietet, bei dem man mit dem Auto bis vor die Tuer fahren kann. Ganz wichtig fuer Amerikaner. Wir glauben, die wuerden auch mit dem Auto ins Zimmer fahren, wenn das moeglich waere. Man sieht in L.A. und auch in den kleinen Orten echt kaum Menschen auf den Strassen laufen, geschweige denn Fahrrad fahren. Ueberall nur Autos und Parkplaetze. Diese Amerikaner sind teilweise schon sehr merkwuerdig ;-).
Am naechsten Tag ging es also weiter zum National Park, der echt beeindruckend ist und krasse Landschaften hat. Am besten ihr schaut euch einfach die Bilder an.
Hier die Bilder vom Yosemite National Park:
Am gleichen Abend sind wir dann noch nach Mountain View in der San Francisco Bay Area - besser bekannt als Silicon Valley, der Heimat von Apple, Google und vielen anderen Technologieunternehmen - gefahren, das etwa 40 Meilen suedlich von San Francisco liegt. Hier haben wir bei Fung uebernachtet, einem Couchsurfer, der gebuertig aus Taiwan stammt, sein letztes Semester in Karlsruhe studiert hat und jetzt bei Hewlett Packard arbeitet. Er hatte gerade seine Freundin Maggie, gebuertige Chinesin aus New York City zu Besuch, weshalb wir von Anfang an viel Gespraechsstoff hatten. Abends waren wir koreanisches Barbeque (zum selber grillen am Tisch) essen und hatten eine nette Zeit. Am naechsten Tag haben wir dann die Stanford Universitaet in Palo Alto besucht und waren sehr beeindruckt, denn diese Uni gleicht eher einer Kleinstadt, ist aber wesentlich sehenswerter als normale amerikanische Kleinstaedte. Anschliessend haben wir uns in der naheliegenden Shopping-Mall an den guenstigen amerikanischen Klamottenpreisen erfreut, die durch den derzeitige Dollarkurs sogar noch guenstiger sind. 2 Levi’s 501 kosten z.B. 76 Dollar, also 53 Eur. Da kann man nicht meckern :) Mit viel zu vielen Tueten voller Klamotten sind wir dann abends wieder zu Fung und Maggie gefahren und haben ihnen als Dankeschoen das thailaendische Massaman-Curry gekocht, das wir in Bangkok in der Kochschule gelernt haben. Ein netter Abend mit leckerem Essen und kalifornischem Bier. Gar nicht schlecht, Bei 6 bis 8 Prozent Alkohol sollte man seine gewoehnliche Trinkgeschwindigkeit allerdings besser anpassen.
Am naechsten Tag ging es nach Downtown San Francisco, wo uns Couchsurfer Mikal in Empfang genommen hat. Zu unserem Erstaunen hat er uns allerdings nicht bei sich einquartiert, sondern in einem alten viktorianischem Haus, etwa 20 Gehminuten vom Union Square. Wie sich herausstellte, hat er das Haus gemietet und vermietet es weiter - unter anderem an seine Freundin, die er ueber Couchsurfing kennen gelernt hat. Das gleiche Zimmer hat sich uebrigens unsere Kommilitonin Andrea Chilf angesehen, als sie San Francisco studiert hat - die Welt ist klein. Mikal arbeitet in einem Hostel downtown und hatte nicht viel Zeit, aber wir haben ihn abends im Hostel besucht und waren einmal zusammen aus.
Nachdem wir eingezogen waren, haben wir uns auf den Weg zum Fisherman’s Wharf gemacht und natuerlich die obligatorische Cable Car Fahrt gemacht. Fisherman’s Wharf ist sehr touristisch aber echt nett und fuer zwei Wasser- und Hafenfans wie uns war das natuerlich klasse. Abends sind wir dann bei Mel’s, einem der aeltesten Burger-Restaurants Essen gewesen und haben wiedereinmal unfassbar grosse Portionen bekommen. Lecker war’s aber auf jeden Fall. Am naechsten Tag haben wir dann den alten Hippie-Stadtteil Haight erkundet und waren sehr begeistert von all den netten Haeusern und der interessanten Geschichte dieses Viertels. Am Ende waren wir noch in einem super Second Hand Shop und haben - weil wir in San Francisco offensichtrlich noch nicht genug shoppen waren - nocheinmal ein paar nette Sache eingekauft. Diesmal noch guenstiger ;-) Abends sind wir dann mit Mikal und einigen anderen Leuten, die im Hostel arbeiten, ausgegangen und haben diesen erst in einer Reggaebar und danach noch kurz auf einer Hausparty verbracht, auf die wir irgendwie gelangt sind, weil Mikal jemanden auf der Strasse getroffen hat. War ein echt witzig Abend und Mikal hat sich als noch verrueckter herausgestellt, als wir schon vermutet hatten. Ein echt netter Kerl.
Unseren letzten Tag in San Francisco haben wir dann in den Stadtteilen The Mission und The Castro verbracht. The Mission ist mittel- und suedamerikanisch gepraegt und voll mit bemalten Haeusern und Waenden. Die Bilder haben meistens eine Aussage, oftmals geht dabei um Emanzipation oder die Einwanderungspolitik der USA. Eine interessante Ecke nach der anderen und viele interessante Menschen auf den Strassen. Aehnlich wie in The Castro, dem Schwulenviertel von San Francisco, in dem der Film Milk gedreht wurde.
San Francisco ist eine irre Stadt, die uns sehr lebenswert erscheint. Alles hier ist irgendwie anders, so gar nicht amerikanisch, kreativ und alternativ. Echt nett.
Hier die Bilder von San Francisco:
Am letzten Abend gab es in San Francisco noch ein von Mikal’s Hostel organisiertes Kneipenhopping, bei dem wir viele nette Leute und unter anderem Timothy aus Singapur und Thomas aus Hamburg kennen gelernt haben. Es hat sich im Laufe des Abends herausgestellt, dass Thomas nach L.A. zum Flughafen musste und Timothy genauso wie wir die Kuestestrasse Richtung Sueden fahren wollte. Also haben wir uns kurzerhand fuer den naechsten Morgen verabredet und sind zusammen die Strecke Richtung Sueden gefahren und da die beiden, weils so spontan war, natuerlich keine Unterkunft hatten, haben wir unsere Motelzimmer mit ihnen geteilt und einfach zu viert dort geschlafen.
Ein netter Road Trip. Zuerst sind wir noch gemeinsam ueber die Golden Gate Bridge gefahren, sind dann die erste Strecke Richtung Sueden gefahren und haben dann in Santa Cruz Stopp gemacht und ein wenig am Strand relaxt. Danach ging es weiter Richtung Monterey, wo wir uebernachtet haben. Vorher haben wir aber noch den 17-Miles-Drive mitgenommen. Der wohl schoenste Abschnitt der Kuestenstrasse bietet wahnsinnig schoene Ausblicke und eine atemberaubend beeindruckende Landschaft. Kein Wunder, dass sich hier - zumindest den Autos und Haeusern nach zu urteilen - anscheinend die Superreichen nierdergelassen haben. Es gibt dort einen sehr exklusiven Golfclub und man kann quasi von der Pazifikkueste abschlagen. Na gut, wer’s braucht. Wir fanden's auch ohne Golfen nett und haben einen tollen Sonnenuntergang gesehen, bevor wir uns auf nach Monterey gemacht haben. Dort haben wir am naechsten Morgen Timothy zu seinem Hostel gebracht und uns mit Thomas in Richtung L.A. aufgemacht. Auf dem Weg dorthin sind wir die Big Sur entlang gefahren, eine etwa 200 km lange Kuestenstrasse, fuer die man ewig braucht - nicht nur weil langsam fahren angesagt ist, sondern vor allem weil man permanent anhaelt, um sich die Landschaft anzusehen. Abends haben wir noch im exklusiven Santa Barbara Halt gemacht und uns den Hafen und den Strand angesehen, bevor wir dann direkt nach L.A. gefahren sind. Die Strecke San Francisco nach L.A. ist locker in einem Tag zu schaffen, aber es war es definitiv wert, die langsamen Strassen an der Kueste entlangzufahren. Kalifornien ist unglaublich vielseitig und wir haetten hier gerne noch laenger bleiben koennen. Tolle Staedte, Wueste, Steppe, National Parks ohne Ende, eine irre Kueste und irgendwie ist die Stimmung in Kalifornien schon ganz ausgelassen und nett. Kein Wunden, wenn man nie schlechtes Wetter hat...
Hier die Bilder von unserem Roadtrip entlang der Pazifikkueste:
Nachts um 2 haben wir dann wieder im Flugzeug gesessen und uns auf den Weg nach Equador gemacht, aber wir denken zumindest San Francisco werden wir sicher noch einmal einen Besuch abstatten. Diese Stadt ist einfach unglaublich nett.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
For our english speaking friends:
Hey guys!
As we already mentioned in the last post, we traveled back in time when we flew from Japan to California. We left Japan at 4 pm and arrived at 11 am the same day and felt like somebody kicked us out of the bed because it was 2 o’clock in the night. But that wasn’t all. Our arrival in the USA was very strange and annoying. If you go through the immigration at the airport after an intercontinental flight it normally takes 20 or 30 seconds but the American Immigration Officer who controlled Arne’s passport didn’t either like Germans or was just bored. He interrogated Arne for at least 5 minutes and wasn’t really friendly. And this happened like this:
Officer: How’s it goin’?
Arne: Fine, thanks.
Officer (very unfriendly): So, you’re from Germany. Why are you traveling to the U.S.?
Arne: I’m tourist, I’m on vacation.
Officer: Are you traveling on your own?
Arne: Yes, I do. (I understood, that he wanted to know if I’m traveling individually or with a group - It was in the middle of the night :)
Officer: Where’ve you been before?
Arne: In Japan.
Officer: Just Japan? Or somewhere else?
Arne: I’ve been to Southeast Asia as well.
Officer: Why didn’t you write that down (I didn‘t think it was important). Write down all countries here!
Arne: Yes, Sir!
Officer (while Arne‘s writing): Do you know somebody in Val Verde? (We’d to write down an address where we stay in the States for the immigration. In Val Verde lives a couchsurfer, where wanted to stay over.)
Arne: Yes, I do know somebody in Val Verde.
Officer: Name!
Arne: Lenni. I don’t know her last name, she’s a friend of my girlfriend. She knows her last name.
Officer: You told me you’re traveling alone. Why don’t you tell me the truth?
Arne: Excuse me. I thought you meant if I’m traveling with a group or not. I’m sorry. Yes, I’m traveling with my girlfriend.
Officer: Ah. You were to many places. For how long are you away from home already?
Arne (thinks: That‘s none of your business - but is answering anyway): Around two month.
Officer: What are you doin’ back home.
Arne: I’m a student.
Officer: You’re student. How can you afford to travel so long?
Arne: Excuse me?
Officer: I asked, how you’re able to afford such a long travel! Answer my question!
Arne (considers answering: ‘My backpack is full of drugs, did you expect something else?, but keeps formal): I saved some money, my parents are supporting my studies and I work.
Officer: What are working?
Arne (almost freaked out, but had respect as well): For a communication agency.
Officer (probably guesses: ‘Ah, such an advertising bod‘, doesn’t wish the obligatory ‘Have a nice stay in our country‘ but looks in my face very critically): You can pass.
Arne: (thinks by hisself: What an asshole, but keeps it polite): Thank you very much.
Welcome to America. Very nice.
After this first little shock the next one came right away. We called Lenni and she told us, that she’ve had a traffic accident. She were OK but still kind of shocked, so she can’t host us. Of course we’re happy that she was ok but we were somewhere in L.A., totally tired and without a place where we could go. Normally it’s better to reserve a hostel in L.A. and a hotel is too expensive for us. What to do? OK, first we need Internet and then everythings will be all right if we find another couchsurfer or a hostel. But we were in L.A. somewhere at a gas station and no idea in which way we should go. But we were lucky because a nice guy approched us after climbing out of his huge truck. “Do you guys have any problems?” We: “Yes. We’ve no place to sleep anymore, because our friend had an traffic accident and we need to find a place where they’ve Wi-Fi”. He: “Are you German?” Arne thinks by hisself: No, not again!: Yes, we‘re from Germany. He: Ick bin in Deutzland geborren. Down the south in Kaiserslautern.” After a small chat he showed us the way to the next Starbucks, gave us his card and offered us to call him or even stay over at his place, if we run into any problems. After this nice offer we were a bit less concerned: ‘If everything goes wrong we can still visit the nice truck driver and his German family.’
When we finally connected to the internet we were very lucky because Kahle, a couchsurfer we contacted some weeks ago left a number in one of his messages. So we gave him a call and he spontaneously gave us his address and invited us to stay over for the next days. Still very tired we made our way to Burbank, close to Hollywood, where Kahle lives. Finally everything turned out to be fine but overall our arrival in California was everything else than relaxed. In the evening we even went out with Kahle to see Sunset Strip and Hollywood Boulevard, because at some point we overcame our tireness. After 30 hours we finally went to bed. What a horrable day.
After sleeping in the next day we went to Venice Beach, the famous beach with many freaks, people practising any kind of sports and Wannabe-Hollywood stars.
Our second day in L.A. we spent in the Universal Studios and the Moviepark, because Kahle’s flatmate Jamie works for the Studios and offered us free tickets. Jamie and Kahle were so nice to us, they even gave us a GPS to find the way to the studios and back home. The Universal Studios are very amazing: Special effects, Fast Food Paradises and the Waterworld Show. Later on we went to the Hollywood Boulevard again to see Kahles comedy show, in which he’s pretending to be the spokesman of the national zombi union. He sings song about the everyday problems in living together with human beings. A very funny show.
The day after we headed to the Yosemite National Park. Apparently Americans are crazy for this Park, so we couldn’t book any hut or affordable Hotel in the park (It‘s possible to book one year in advance and people obviously do that). Because of that we decided to stay in the small village Bishop to drive through the park the next day. The park is very impressive and the landscape very versatile, but just have a look at the pictures above in the German Text. That’s better than words.
The same day we alo made our way to Mountain View in the San Francisco Bay Area - better know as Silicon Valley. Home of Apple, Google and many other technology companies. In th Bay Area we visit the famous Stanford University. It’s really impressive and actually closer to a small city than a university J In Mountain View we couchsurfered with Fung, who’s originally from Taiwan, studied in Karlsruhe, Germany and moved to this area to work for Hewlet Packard. His gilrfriend Maggie, whos’ originally from China and lives in NYC now was just visiting him. We had a lot to chat about and a great time with them going out for Korean Barbeque, cooking Thai Food and trying different Beers from Microbreweries in California.
Leaving Mountain View after two days we headed to San Francisco, where we couchsurfed with Mikal in an old victorian house, approx. 20 minutes walking from the Union Square. The funny thing was that our studymate Andrea Chilf thought about renting the same room we stayed in a couple of months before. The world is too small J In San Francisco we visited the Fisherman’s Wharf, did the obligatory Cable Car Ride, of course, and went to the ‘really american’ Mel’s Diner and had incredible huge portions. We also went to the old Hippie district Haight and were impressed by all the very nice houses, the beauty and the history of this quarter. Freaky shops, nice second hand cloths and hippie vipe all over. At night we went out to a Reggae Bar with Mikal and some of his collegues and finally ended up at a house party. We had very funny night with the crazy Mikal. The last day we spent in the districts The Mission and The Castro. The Mission looks more than South America and is a walk through streets which are full of amazing street art about emancipation and the immigration politics of the U.S. The Castro is the gay district in S.F., where the movie Milk was produced last year. Very colourful and very interesting. Overall S.F. is an awesome city with an amazing life quality. Everything is creative, alternative and just somehow different. After exploring these districts we joined the Pub Crwal, which was organized by the hostel, Mikal is working for. We met a lot of nice people and it turned out that Timothy from Singapore and Thomas from Hamburg had the same plan for the next day like we had. So we just made an appointment for the next morning and went together down the coast on the Highway No.1. We shared the ride and the Motel in Monterey, we already booked and had a nice road trip along the amazing coast via Santa Cruz, driving the 17-Miles-Drive and Big Sur down to L.A. via Santa Monica. California is incredibly versitile and we would have liked to stay longer. Awesome cities, desert, National Parks, an amazing coast, always convinient temperatures and just a very relaxed atmosphere. I think we gonna come back ;)
Greetings and best wishes (already from Ecuador).
Arne and Kerstin
Wie bereits im letzten Bericht erwaehnt, war unser Flug von Japan nach Kalifornien eine Reise in die Vergangenheit. Um 11 Uhr morgens lokale Zeit sind wir dann in Los Angeles angekommen, fuehlten uns aber so, als haette man uns nachts um 2 aus dem Bett geschmissen - und eigentlich war das ja auch so. Aber das war noch nicht alles. Amerika hat uns mit einigen Unannehmlichkeiten empfangen.
Verlaesst man das Flugzeug nach einem interkontinentalen Flug, muss man in der Regel durch die Immagration, wo man eigentlich nur seinen Pass vorzeigen muss und einen Stempel bekommt. Das war’s. Eine Sache von 20 bis 30 Sekunden. Der amerikanische Zollbeamte, der Arnes Pass kontrolliert hat, hat anscheinend entweder was gegen Deutsche gehabt oder einfach nur Langeweile. Zumindest hat er Arne circa 5 Minuten verhoert und ihn mit Fragen bombadiert. Und das ging ungefaehr so:
Zollbeamter: “Wie lauefst?”
Arne: “Gut, Sir. Danke.”
Zollbeamter (unfreundlich): “Sie kommen also aus Deutschland. Warum reisen Sie in die Vereinigten Staaten?”
Arne: Ich bin Tourist, ich mache Urlaub.
Zollbeamter: Reisen Sie allein?
Arne: Ja. (Hatte ihn so verstanden, als wolle er wissen ob ich mit einer Reisegruppe reise - war ja mitten in der Nacht.)
Zollbeamter: “Wo waren Sie den zuvor?”
Arne: “In Japan.”
Zollbeamter: “Nur in Japan? Oder noch woanders?”
Arne: “Ich war auch noch Suedostasien.”
Zollbeamter: “Warum haben Sie das nicht angegeben? (Hatte ich nicht fuer noetig gehalten.) Schreiben Sie hier alle Laender auf!”
Arne: “Jawohl.”
Zollbeamter (waehrend Arne schreibt): “Kennen Sie jemanden in Val Verde?” (Wir mussten eine Adresse inkl. Namen in den USA angeben. In Val Verde wohnt die Couchsurferin, zu der wir wollten.)
Arne: “Ja, ich kenne jemanden aus Val Verde.”
Zollbeamter: “Name!”
Arne: “Lenni. Den Nachnamen weiss ich nicht, ist eine Freundin meiner Freundin.”
Zollbeamter: “Ich dachte, Sie reisen allein! Warum sagen Sie nicht die Wahrheit?”
Arne: “Entschuldigung, ich habe gedacht, Sie meinen ob ich mit einer Gruppe reise oder selbststaendig. Entschuldigen Sie vielmals. Ja, ich reise mit meiner Freundin.”
Zollbeamter: “Ah, da waren Sie also ueberall. Wie lange sind Sie schon von zuhause weg?”
Arne (denkt sich, was geht den das eigentlich an, antwortet aber trotzdem): “Gut zwei Monate.”
Zollbeamter: “Was machen Sie zuhause in Deutschland?”
Arne: “Ich bin Student.”
Zollbeamter: “Sie sind Student. Wie koennen Sie es sich leisten, so lange zu reisen?”
Arne: “Bitte?”
Zollbeamter: “Ich habe Sie gefragt, wie Sie sich das als Student leisten koennen so lange zu reisen. Beantworten Sie meine Frage!
Arne (ueberlegt kurz, ob er sagt: ‘Ich hab den Koffer voller Drogen, was denken Sie denn!’, bleibt dann aber doch sachlich: “Ich habe gespart, meine Eltern unterstuetzten mich waehrend des Studiums und ich arbeite.”
Zollbeamter: “Was arbeiten Sie denn?”
Arne: (kurz vorm Ausrasten, aber auch mit ner gehoerigen Portion Respekt): In einer Kommunikationsagentur.
Zollbeamter (denkt sich wahrscheinlich: Ach, so‘n Werbefuzzi, spart sich das obligatorische ‘Schoenen Aufenthalt in unserem Land.’ und guckt mir stattdessen kritisch ins Gesicht): “Sie koennen durchgehen.”
Arne (denkt sich: was fuer ein Arschloch, bleibt aber hoeflich). Vielen Dank.
Herzlich Willkommen in Amerika. Ein netter Empfang!
Nach diesem ersten kleinen Schock kam aber gleich der naechste. Nachdem wir unser Auto nach etwa 2 Stunden Wartezeit endlich abgeholt hatten, haben wir Lenni angerufen. Die ging voellig durcheinander ans Telefon und erzaehlte - nachdem sie gecheckt hatte wer dran ist - dass sie einen Verkehrsunfall hatte, zwar okay ist aber immer noch etwas geschockt. Sie habe sich deswegen nicht bei uns melden koennen, muesse uns aber leider sagen, dass wir nicht bei ihr bleiben koennen.
Scheisse. Tat uns natuerlich leid und wir waren froh, dass ihr nichts schlimmeres passiert ist, aber wir standen auf irgendeiner Tankstelle und wussten nicht wohin. Hostels sollte man in L.A. besser vorher buchen und Hotels koennen wir uns nicht leisten. Was tun? Erstmal Internet finden und versuchen ein Hostel oder einen anderen Cochsurfer zu finden.
Zum Glueck stieg ein netter Ami aus seinem Truck und kam zu uns: “Do you guys have any problems?” Wir: “Yes. We’ve no place to sleep anymore, because our friend had an traffic accident and we need to find a place where they’ve Wi-Fi”. Er: “Are you German?” Arne denkt sich: Nein, nicht schon wieder! Yes, we‘re from Germany. Er: Ick bin in Deutzland geborren. Down the south in Kaiserslautern.”
Nach einer kleinen Unterhaltung, hat er uns dann den Weg zum naechten Starbucks erklaert, drueckte uns seine Karte in die Hand und meinte noch, wenn wir irgendwelche Schwierigkeiten haben sollten, koennen wir uns jederzeit bei ihm melden und auch bei ihm uebernachten. Seine Eltern wuerden sich sicher freuen und er wuerde in einer deutschen Nachbarschaft wohnen mit deutschen Lokalen und so. Superfreundlich, allerdings wohnte er weit draussen und eine deutsche Nachbarschaft in den USA mussten wir nun auch nicht unbedingt haben. Aber zumindest hatten wir jetzt einen Notfallplan und fuehlten uns besser. Nachdem wir irgendwann endlich Internet hatten - man ist kompliziert in den USA! - haben wir dann noch einen Couchsurfer angerufen, der eigentlich schon jemanden bei sich zu Gast hatte. Dieser hatte aber gluecklicherweise abgesagt und so konnten wir bei ihm uebernachten. Immernoch ziemlich muede machten wir uns dann auf den Weg zu Kahle nach Burbank, in der Naehe von Hollywood. Alles in allem hat sich dann doch alles zum Guten gewendet, aber es war alles etwas nervenaufreibend: Der Flug, der Zollbeamter, Lennis Unfall, Probleme ins Internet zu kommen, amerikanische Verkehrsregeln und unfaehige amerikanische Autofahrer sowie der Verkehr in L.A. Abends haben wir uns dann mit Kahle sogar noch den Sunset Strip und den Hollywood Boulevard angesehen, weil wir irgendwann die Muedigkeit ueberwunden hatten und nicht schlafen konnten. Nach 30 Stunden sind wir dann endlich schlafen gegangen. Meine Herren, was fuer ein Tag.
Kahle ist ein netter Typ, der verschiedene Jobs in der Filmindustrie macht und sich als Stand-up-Comedian auf kleinen Buehnen versucht. Am naechten Tag haben wir uns dann Venice Beach angesehen, den beruehmten Strand mit lauter Freaks, Sportlern und Moechtergern-Hollywoodstars.
An unserem zweiten Tag in L.A. waren wir in den Universal Studios und im Moviepark, wo Kahles Mitbewohner Jamie arbeitet und uns netterweise Freikarten besorgt hat. Sehr cool. Sogar ein Navi haben sie uns gegeben, damit wir uns L.A. zurechtfinden. Die Universal Studios waren sehr cool, auch weil wir diese Art der Unterhaltung auf unserer Reise noch gar nicht hatten. Viele witzige amerikanische Familien, Fast Food Paradiese, Filmkulissen, Special Effects und die Waterworld Show.
Abends sind wir dann nochmal auf den Hollywood Boulevard gefahren, um uns die Show von Kahle in einem kleinen Improvisationstheater anzuschauen. Kahle steht als Zombie verkleidet auf der Buehne, gibt sich als Pressesprecher der Zombiegesellschaft aus und singt Lieder ueber die Probleme des Zusammenlebens von Menschen und Zombies. Er hat dabei einen herrlich trockenen Humor und ist echt witzig.
Hier die Bilder von Los Angeles (auch diesmal sind wieder Videos in den Galerien, also am Besten doppelklicken und auf Picasa anschauen. Im Blog funktionieren sie nicht):
Am naechsten Tag ging es dann weiter Richtung Yosemite National Park. Da die Amerikaner total verrueckt nach Urlaub in diesem Park sind (man kann ein ganzes Jahr vorher die Huetten und Hotels mieten und das machen die verrueckten Amis anscheinend auch), konnten wir leider keine Unterkunft mehr bekommen und haben uns dazu entschieden, in einem kleinen Ort namens Bishop vorm Park zu uebernachten und mit dem Auto durch den Park zu fahren, was auch sehr nett war. Die Strecke dorthin fuehrte durch die Sierra Nevada und in Bishop haben wir uns in einem typisch amerikanischem Motel eingemietet, bei dem man mit dem Auto bis vor die Tuer fahren kann. Ganz wichtig fuer Amerikaner. Wir glauben, die wuerden auch mit dem Auto ins Zimmer fahren, wenn das moeglich waere. Man sieht in L.A. und auch in den kleinen Orten echt kaum Menschen auf den Strassen laufen, geschweige denn Fahrrad fahren. Ueberall nur Autos und Parkplaetze. Diese Amerikaner sind teilweise schon sehr merkwuerdig ;-).
Am naechsten Tag ging es also weiter zum National Park, der echt beeindruckend ist und krasse Landschaften hat. Am besten ihr schaut euch einfach die Bilder an.
Hier die Bilder vom Yosemite National Park:
Am gleichen Abend sind wir dann noch nach Mountain View in der San Francisco Bay Area - besser bekannt als Silicon Valley, der Heimat von Apple, Google und vielen anderen Technologieunternehmen - gefahren, das etwa 40 Meilen suedlich von San Francisco liegt. Hier haben wir bei Fung uebernachtet, einem Couchsurfer, der gebuertig aus Taiwan stammt, sein letztes Semester in Karlsruhe studiert hat und jetzt bei Hewlett Packard arbeitet. Er hatte gerade seine Freundin Maggie, gebuertige Chinesin aus New York City zu Besuch, weshalb wir von Anfang an viel Gespraechsstoff hatten. Abends waren wir koreanisches Barbeque (zum selber grillen am Tisch) essen und hatten eine nette Zeit. Am naechsten Tag haben wir dann die Stanford Universitaet in Palo Alto besucht und waren sehr beeindruckt, denn diese Uni gleicht eher einer Kleinstadt, ist aber wesentlich sehenswerter als normale amerikanische Kleinstaedte. Anschliessend haben wir uns in der naheliegenden Shopping-Mall an den guenstigen amerikanischen Klamottenpreisen erfreut, die durch den derzeitige Dollarkurs sogar noch guenstiger sind. 2 Levi’s 501 kosten z.B. 76 Dollar, also 53 Eur. Da kann man nicht meckern :) Mit viel zu vielen Tueten voller Klamotten sind wir dann abends wieder zu Fung und Maggie gefahren und haben ihnen als Dankeschoen das thailaendische Massaman-Curry gekocht, das wir in Bangkok in der Kochschule gelernt haben. Ein netter Abend mit leckerem Essen und kalifornischem Bier. Gar nicht schlecht, Bei 6 bis 8 Prozent Alkohol sollte man seine gewoehnliche Trinkgeschwindigkeit allerdings besser anpassen.
Am naechsten Tag ging es nach Downtown San Francisco, wo uns Couchsurfer Mikal in Empfang genommen hat. Zu unserem Erstaunen hat er uns allerdings nicht bei sich einquartiert, sondern in einem alten viktorianischem Haus, etwa 20 Gehminuten vom Union Square. Wie sich herausstellte, hat er das Haus gemietet und vermietet es weiter - unter anderem an seine Freundin, die er ueber Couchsurfing kennen gelernt hat. Das gleiche Zimmer hat sich uebrigens unsere Kommilitonin Andrea Chilf angesehen, als sie San Francisco studiert hat - die Welt ist klein. Mikal arbeitet in einem Hostel downtown und hatte nicht viel Zeit, aber wir haben ihn abends im Hostel besucht und waren einmal zusammen aus.
Nachdem wir eingezogen waren, haben wir uns auf den Weg zum Fisherman’s Wharf gemacht und natuerlich die obligatorische Cable Car Fahrt gemacht. Fisherman’s Wharf ist sehr touristisch aber echt nett und fuer zwei Wasser- und Hafenfans wie uns war das natuerlich klasse. Abends sind wir dann bei Mel’s, einem der aeltesten Burger-Restaurants Essen gewesen und haben wiedereinmal unfassbar grosse Portionen bekommen. Lecker war’s aber auf jeden Fall. Am naechsten Tag haben wir dann den alten Hippie-Stadtteil Haight erkundet und waren sehr begeistert von all den netten Haeusern und der interessanten Geschichte dieses Viertels. Am Ende waren wir noch in einem super Second Hand Shop und haben - weil wir in San Francisco offensichtrlich noch nicht genug shoppen waren - nocheinmal ein paar nette Sache eingekauft. Diesmal noch guenstiger ;-) Abends sind wir dann mit Mikal und einigen anderen Leuten, die im Hostel arbeiten, ausgegangen und haben diesen erst in einer Reggaebar und danach noch kurz auf einer Hausparty verbracht, auf die wir irgendwie gelangt sind, weil Mikal jemanden auf der Strasse getroffen hat. War ein echt witzig Abend und Mikal hat sich als noch verrueckter herausgestellt, als wir schon vermutet hatten. Ein echt netter Kerl.
Unseren letzten Tag in San Francisco haben wir dann in den Stadtteilen The Mission und The Castro verbracht. The Mission ist mittel- und suedamerikanisch gepraegt und voll mit bemalten Haeusern und Waenden. Die Bilder haben meistens eine Aussage, oftmals geht dabei um Emanzipation oder die Einwanderungspolitik der USA. Eine interessante Ecke nach der anderen und viele interessante Menschen auf den Strassen. Aehnlich wie in The Castro, dem Schwulenviertel von San Francisco, in dem der Film Milk gedreht wurde.
San Francisco ist eine irre Stadt, die uns sehr lebenswert erscheint. Alles hier ist irgendwie anders, so gar nicht amerikanisch, kreativ und alternativ. Echt nett.
Hier die Bilder von San Francisco:
Am letzten Abend gab es in San Francisco noch ein von Mikal’s Hostel organisiertes Kneipenhopping, bei dem wir viele nette Leute und unter anderem Timothy aus Singapur und Thomas aus Hamburg kennen gelernt haben. Es hat sich im Laufe des Abends herausgestellt, dass Thomas nach L.A. zum Flughafen musste und Timothy genauso wie wir die Kuestestrasse Richtung Sueden fahren wollte. Also haben wir uns kurzerhand fuer den naechsten Morgen verabredet und sind zusammen die Strecke Richtung Sueden gefahren und da die beiden, weils so spontan war, natuerlich keine Unterkunft hatten, haben wir unsere Motelzimmer mit ihnen geteilt und einfach zu viert dort geschlafen.
Ein netter Road Trip. Zuerst sind wir noch gemeinsam ueber die Golden Gate Bridge gefahren, sind dann die erste Strecke Richtung Sueden gefahren und haben dann in Santa Cruz Stopp gemacht und ein wenig am Strand relaxt. Danach ging es weiter Richtung Monterey, wo wir uebernachtet haben. Vorher haben wir aber noch den 17-Miles-Drive mitgenommen. Der wohl schoenste Abschnitt der Kuestenstrasse bietet wahnsinnig schoene Ausblicke und eine atemberaubend beeindruckende Landschaft. Kein Wunder, dass sich hier - zumindest den Autos und Haeusern nach zu urteilen - anscheinend die Superreichen nierdergelassen haben. Es gibt dort einen sehr exklusiven Golfclub und man kann quasi von der Pazifikkueste abschlagen. Na gut, wer’s braucht. Wir fanden's auch ohne Golfen nett und haben einen tollen Sonnenuntergang gesehen, bevor wir uns auf nach Monterey gemacht haben. Dort haben wir am naechsten Morgen Timothy zu seinem Hostel gebracht und uns mit Thomas in Richtung L.A. aufgemacht. Auf dem Weg dorthin sind wir die Big Sur entlang gefahren, eine etwa 200 km lange Kuestenstrasse, fuer die man ewig braucht - nicht nur weil langsam fahren angesagt ist, sondern vor allem weil man permanent anhaelt, um sich die Landschaft anzusehen. Abends haben wir noch im exklusiven Santa Barbara Halt gemacht und uns den Hafen und den Strand angesehen, bevor wir dann direkt nach L.A. gefahren sind. Die Strecke San Francisco nach L.A. ist locker in einem Tag zu schaffen, aber es war es definitiv wert, die langsamen Strassen an der Kueste entlangzufahren. Kalifornien ist unglaublich vielseitig und wir haetten hier gerne noch laenger bleiben koennen. Tolle Staedte, Wueste, Steppe, National Parks ohne Ende, eine irre Kueste und irgendwie ist die Stimmung in Kalifornien schon ganz ausgelassen und nett. Kein Wunden, wenn man nie schlechtes Wetter hat...
Hier die Bilder von unserem Roadtrip entlang der Pazifikkueste:
Nachts um 2 haben wir dann wieder im Flugzeug gesessen und uns auf den Weg nach Equador gemacht, aber wir denken zumindest San Francisco werden wir sicher noch einmal einen Besuch abstatten. Diese Stadt ist einfach unglaublich nett.
Liebe Gruesse,
Arne und Kerstin
For our english speaking friends:
Hey guys!
As we already mentioned in the last post, we traveled back in time when we flew from Japan to California. We left Japan at 4 pm and arrived at 11 am the same day and felt like somebody kicked us out of the bed because it was 2 o’clock in the night. But that wasn’t all. Our arrival in the USA was very strange and annoying. If you go through the immigration at the airport after an intercontinental flight it normally takes 20 or 30 seconds but the American Immigration Officer who controlled Arne’s passport didn’t either like Germans or was just bored. He interrogated Arne for at least 5 minutes and wasn’t really friendly. And this happened like this:
Officer: How’s it goin’?
Arne: Fine, thanks.
Officer (very unfriendly): So, you’re from Germany. Why are you traveling to the U.S.?
Arne: I’m tourist, I’m on vacation.
Officer: Are you traveling on your own?
Arne: Yes, I do. (I understood, that he wanted to know if I’m traveling individually or with a group - It was in the middle of the night :)
Officer: Where’ve you been before?
Arne: In Japan.
Officer: Just Japan? Or somewhere else?
Arne: I’ve been to Southeast Asia as well.
Officer: Why didn’t you write that down (I didn‘t think it was important). Write down all countries here!
Arne: Yes, Sir!
Officer (while Arne‘s writing): Do you know somebody in Val Verde? (We’d to write down an address where we stay in the States for the immigration. In Val Verde lives a couchsurfer, where wanted to stay over.)
Arne: Yes, I do know somebody in Val Verde.
Officer: Name!
Arne: Lenni. I don’t know her last name, she’s a friend of my girlfriend. She knows her last name.
Officer: You told me you’re traveling alone. Why don’t you tell me the truth?
Arne: Excuse me. I thought you meant if I’m traveling with a group or not. I’m sorry. Yes, I’m traveling with my girlfriend.
Officer: Ah. You were to many places. For how long are you away from home already?
Arne (thinks: That‘s none of your business - but is answering anyway): Around two month.
Officer: What are you doin’ back home.
Arne: I’m a student.
Officer: You’re student. How can you afford to travel so long?
Arne: Excuse me?
Officer: I asked, how you’re able to afford such a long travel! Answer my question!
Arne (considers answering: ‘My backpack is full of drugs, did you expect something else?, but keeps formal): I saved some money, my parents are supporting my studies and I work.
Officer: What are working?
Arne (almost freaked out, but had respect as well): For a communication agency.
Officer (probably guesses: ‘Ah, such an advertising bod‘, doesn’t wish the obligatory ‘Have a nice stay in our country‘ but looks in my face very critically): You can pass.
Arne: (thinks by hisself: What an asshole, but keeps it polite): Thank you very much.
Welcome to America. Very nice.
After this first little shock the next one came right away. We called Lenni and she told us, that she’ve had a traffic accident. She were OK but still kind of shocked, so she can’t host us. Of course we’re happy that she was ok but we were somewhere in L.A., totally tired and without a place where we could go. Normally it’s better to reserve a hostel in L.A. and a hotel is too expensive for us. What to do? OK, first we need Internet and then everythings will be all right if we find another couchsurfer or a hostel. But we were in L.A. somewhere at a gas station and no idea in which way we should go. But we were lucky because a nice guy approched us after climbing out of his huge truck. “Do you guys have any problems?” We: “Yes. We’ve no place to sleep anymore, because our friend had an traffic accident and we need to find a place where they’ve Wi-Fi”. He: “Are you German?” Arne thinks by hisself: No, not again!: Yes, we‘re from Germany. He: Ick bin in Deutzland geborren. Down the south in Kaiserslautern.” After a small chat he showed us the way to the next Starbucks, gave us his card and offered us to call him or even stay over at his place, if we run into any problems. After this nice offer we were a bit less concerned: ‘If everything goes wrong we can still visit the nice truck driver and his German family.’
When we finally connected to the internet we were very lucky because Kahle, a couchsurfer we contacted some weeks ago left a number in one of his messages. So we gave him a call and he spontaneously gave us his address and invited us to stay over for the next days. Still very tired we made our way to Burbank, close to Hollywood, where Kahle lives. Finally everything turned out to be fine but overall our arrival in California was everything else than relaxed. In the evening we even went out with Kahle to see Sunset Strip and Hollywood Boulevard, because at some point we overcame our tireness. After 30 hours we finally went to bed. What a horrable day.
After sleeping in the next day we went to Venice Beach, the famous beach with many freaks, people practising any kind of sports and Wannabe-Hollywood stars.
Our second day in L.A. we spent in the Universal Studios and the Moviepark, because Kahle’s flatmate Jamie works for the Studios and offered us free tickets. Jamie and Kahle were so nice to us, they even gave us a GPS to find the way to the studios and back home. The Universal Studios are very amazing: Special effects, Fast Food Paradises and the Waterworld Show. Later on we went to the Hollywood Boulevard again to see Kahles comedy show, in which he’s pretending to be the spokesman of the national zombi union. He sings song about the everyday problems in living together with human beings. A very funny show.
The day after we headed to the Yosemite National Park. Apparently Americans are crazy for this Park, so we couldn’t book any hut or affordable Hotel in the park (It‘s possible to book one year in advance and people obviously do that). Because of that we decided to stay in the small village Bishop to drive through the park the next day. The park is very impressive and the landscape very versatile, but just have a look at the pictures above in the German Text. That’s better than words.
The same day we alo made our way to Mountain View in the San Francisco Bay Area - better know as Silicon Valley. Home of Apple, Google and many other technology companies. In th Bay Area we visit the famous Stanford University. It’s really impressive and actually closer to a small city than a university J In Mountain View we couchsurfered with Fung, who’s originally from Taiwan, studied in Karlsruhe, Germany and moved to this area to work for Hewlet Packard. His gilrfriend Maggie, whos’ originally from China and lives in NYC now was just visiting him. We had a lot to chat about and a great time with them going out for Korean Barbeque, cooking Thai Food and trying different Beers from Microbreweries in California.
Leaving Mountain View after two days we headed to San Francisco, where we couchsurfed with Mikal in an old victorian house, approx. 20 minutes walking from the Union Square. The funny thing was that our studymate Andrea Chilf thought about renting the same room we stayed in a couple of months before. The world is too small J In San Francisco we visited the Fisherman’s Wharf, did the obligatory Cable Car Ride, of course, and went to the ‘really american’ Mel’s Diner and had incredible huge portions. We also went to the old Hippie district Haight and were impressed by all the very nice houses, the beauty and the history of this quarter. Freaky shops, nice second hand cloths and hippie vipe all over. At night we went out to a Reggae Bar with Mikal and some of his collegues and finally ended up at a house party. We had very funny night with the crazy Mikal. The last day we spent in the districts The Mission and The Castro. The Mission looks more than South America and is a walk through streets which are full of amazing street art about emancipation and the immigration politics of the U.S. The Castro is the gay district in S.F., where the movie Milk was produced last year. Very colourful and very interesting. Overall S.F. is an awesome city with an amazing life quality. Everything is creative, alternative and just somehow different. After exploring these districts we joined the Pub Crwal, which was organized by the hostel, Mikal is working for. We met a lot of nice people and it turned out that Timothy from Singapore and Thomas from Hamburg had the same plan for the next day like we had. So we just made an appointment for the next morning and went together down the coast on the Highway No.1. We shared the ride and the Motel in Monterey, we already booked and had a nice road trip along the amazing coast via Santa Cruz, driving the 17-Miles-Drive and Big Sur down to L.A. via Santa Monica. California is incredibly versitile and we would have liked to stay longer. Awesome cities, desert, National Parks, an amazing coast, always convinient temperatures and just a very relaxed atmosphere. I think we gonna come back ;)
Greetings and best wishes (already from Ecuador).
Arne and Kerstin
Montag, 10. August 2009
Japan.
Oh Mann, die Zeit rennt! Vor allem, wenn man so viele nette Menschen kennenlernt. Denn ebenso wie in den USA sind gerade auch in Japan die Uebernachtungen der groesste Kostenfaktor, d. h. Schlafsaal und Couchsurfen war angesagt. Wie schon angedeutet, hatten wir unsere erste sehr ungewoehnliche Erfahrung dieser Arrt in Tokyo. Wir sind bei Yuji, einem viel gereisten Japaner untergekommen. Neben sechs anderen an diesem Abend in einer doch recht kleinen Wohnung. Es scheint fast so als wolle Yuji einen Rekord brechen, in den letzten zwei Jahren hatte er ueber 1500 Couchsurfer zu Gast. Unglaublich. Wir haben's uns dann abends auf einem Deckenfuton in der Kueche wie die folgenden vier Naechte auch, gemuetlich gemacht und eigentlich recht gut geschlafen. Das nette daran ist ja, das man so viele Leute kennenlernt - in der kurzen Zeit haben wir einen Polen, zwei Australierinnen, drei Franzosen, zwei Kanadier, einen Spanier, einen von der Isle of Man (UK - sehr interessantes Fleckchen) kennengelernt. Vor allem mit dem spanischen Koch Andres und dem Aikido praktizierendem Dave (Isle of Man) haben wir uns gut verstanden und die Monster-Metropole Tokyo (18 Mio. Einwohner) erkundet. Am ersten Tag ging's bei gut dreissig Grad zum weniger spektakulaeren kaiserlichen Palast, gefolgt von einem netten japanischen Garten. Generell waren wir schonmal beeindrucht von der japanischen Aesthetik, die mit der skandinavischen echt mithalten kann. Vieles sieht einfach nur schoen aus. Da uns die nette Franzoesin noch verraten hatte, dass gerade ein grosses Matsuri (jap. Fest) im Gange sei, haben wir's uns natuerlich nicht nehmen lassen, dort vorbeizuschauen. Mittelpunkt war ein Schrein, umgeben von einer Buehne auf der Geishas ihre Kuenste vorfuehrten, Reihen von gelben Glueckslaternen und Essensstaenden. Abends haben wir dann noch den Geburtstag von Alisha (eine der Australierinnen) mit spanischer Tortilla, japanischem Gruenteeeis und von Yuji gemixten Cocktails gefeiert.
Am naechsten Tag haben wir uns dann alleine aufgemacht, um den Stadtteil Harajuku zu erkunden. Der Bezirk, wo die Jugend shoppen geht (Kerstin natuerlich auch :-), in den Hintergassen die abgefahrenste Gebaeude der kleineren Labels stehen und an der Hauptstrasse Omatsemoto die wahren Giganten in architektonisch beeindruckenden Flagshipstores ihre Waren anpreisen. Spaeter haben wir uns dann in Shibuya mit Andres verabredet, um die Nacht in diesem Kneipenviertel zu verbringen, um am naechsten Morgen als erster auf dem weltgroessten Fischmarkt Tsujiki zu sein. Dort haben wir dann das wohl beste Sushi ever gegessen - danke fuer den Tipp Luk - und auch wir haben dafuer gut 30 Euro auf den Tisch gelegt. Aber frischer geht's einfach nicht. Auf dem Rueckweg um 7 Uhr morgens haben wir's dann den Japaner gleich getan und ein kleines Nickerchen in der Bahn gehalten. Echt krass, die koennen einfach immer und ueberall schlafen. Wenn die Haelfte der Leute, die in der Bahn sitzt, schlaeft, ist das absolut nichts ungewoehnliches sondern eher die Normalitaet. Am folgenden Abend konnten wir uns nach der durchzechten Nacht nicht aufraffen nochmal in die Innenstadt zu fahren, also haben wir mit Dave und Andres einen absolut typischen Japanischen Abend verbracht. Zuerst haben wir uns in verschiedenen Spielhallen ausgetobt, bevor wir uns ein privates Karaokezimmer gemietet haben und aus voller Kehle gesungen haben. Und wer Kerstins Sangeskuenste kennt, weiss, das es gut war unter sich zu sein ;-). Zum Abschied von Tokio haben wir uns noch einen entspannten Sonntagnachmitag im Yoyogi-Park gegoennt, in dem man allerhand kuriose Gestalten beobachten kann (leider hat uns an diesem Tag der Akku userer Kamera im Stich gelassen, was wirklich sehr schade war): ein Dutzend asiatischer Elvise tanzte, rosa Menschen-Kanninchen huepften, andere sahen aus wie Puppen. Sehr aufschlussreich. Abends haben wir uns dann noch nach Little Korea aufgemacht, ein Stadtteil, dem neues Kultpotenzial nachgesagt wird. Momentan wimmelt es dort nur so von Lovehotels und Etablissements, wo es allein schon 50 Euro kostet sich ein Stuendchen mit jemandem zu unterhalten. Und man kann an der Tuer quasi von einem Menue waehlen, wer's denn sein soll. Uebrigens ist hier die maennliche Prostitution weitaus bedeutender als die der Frauen. Denn die Japaner sind ja dafuer bekannt unglaublich viel zu arbeiten, deshalb bekommen die Frauen, die oft als Hausfrau daheim bleiben ihre Gatten selten zu Gesicht und gehen sich deshalb andersweitig vergnuegen. In Japan ist das Ganze auch ueberhaupt nicht anruechig, sondern eher normal. Und voll ist es in dieser Stadt und das nicht nur zur Rush Hour oder an der beruehmten Shibuya-Kreuzung, sondern auch in schmalen Gassen und einfach ueberall.
Hier die Fotos aus Tokio
in einigen der Fotogalerien sind auch Videos, also die Fotos am besten per Doppelklick auf picasa ansehen, dort sind dann auch die Videos zu sehen):
Tokio war wirklich irre und wie ein einziger Rausch von Dingen, die man noch nie gesehen hat. Die Groesse dieser Stadt ist einfach unfassbar und wuerde uns auf Dauer hoechstwahrscheinlich wahnsinnig machen. Am Montag haben wir deshalb nach Kawaguchiko aufgemacht, das in der Naehe des Mount Fuji liegt und um einiges ruhiger
ist. Den Fuji bekamen wir leider nur zum Teil zu Gesicht, aber Kawaguchiko war die ideale Entspannung nach dem stressigen Tokio. Nachdem wir am ersten Abend ein wenig durch den Ort gelaufen sind und ein leckeres Hoto (Kuerbissuppe mit Nudeln, Gemuese und Tofu) hatten, haben wir am Abend das Onsen - heisses japanisches Bad (etwa 50 Grad), das eine aehnlich entspannende Wirkung hat wie eine Sauna - genossen, dass in unserem Hotel war. Sehr entspannend und nach den kurzen Naechten in Tokio haben wir geschlafen wie Babies. Am zweiten Tag in Kawaguchiko haben wir eine Fahrradtour durch die Landschaft gemacht und uns die vielen Berge und Seen angeschaut. Ein netter Ausflug, denn in Kawaguchiko war es nur 20 Grad und angenehm kuehl nach dem schwuelen Tokio. Witzig ist, dass Japan ausserhalb von Tokio starke Ahnlichkeit mit Sueddeutschland hat. Seen und Berge, gepflegte Gaerten, saubere Strassen und sogar einige Haeuser und Hotels sahen aus wie im Schwarzwald.
Hier die Fotos aus Kawaguchiko:
Nach zwei Tagen 'auf dem Land' hatten wir genug Ruhe und machten uns auf den Weg nach Kyoto - der kulturellen Hauptstadt Japans. Da wir fuer unsere Reise durch Japan ein Schnaeppchen-Ticket gebucht haben, durften wir allerdings keine schnellen Zuege nehmen, weshalb wir mit lokalen Bummelzuegen nach Kyoto gefahren sind, was etwa 10 Stunden gedauert hat. Endlich angekommen wurden wir aber von einer extrem netten Stadt begruesst, die zwar auch anderthalb Millionen Leute beherbergt, aber gegen Tokio wie eine Kleinstadt wirkt. In der Tat kann man hier das echte Japan sehen, dass zwar weniger aufregend ist, aber auch seinen Reiz hat. Sehr entspannt, nette kleine Gassen mit schoenen japanischen Lokalen und Pubs und vor allem Tempeln ohne Ende. Nicht, dass wir auf unserer Reise durch Asien bisher keine Tempel gesehen haetten, aber in Kyoto muss man sich diese einfach anschauen. Ausserdem liegen die meisten in einem Viertel, in dem einem auch mal eine Geisha ueber den Weg laeuft, man mit Rikschas fahren kann und es unfassbar nette kleine Gassen gibt, in man denen Teetrinken und traditionell japanisch essen kann. Zudem lernt man hier viel ueber die japanischen Kultur, Religion und Traditionen. Am ersten Abend haben wir eine Mutter mit ihren Soehnen aus L.A. im Hostel kennen gelernt, die zwar sehr nett aber auch sehr merkwuerdig waren. Ein Vorgeschmack auf Kalifornien: Sie waren super-oeko, sahen aus wie die Kelly Family und der juengste Sohn hiess Storm - alles klar, oder? Zum Glueck sind sie aber am naechsten Tag schon wieder verschwunden und wurden durch Dave, James und Linda aus England sowie Kirsten aus Washington D.C. ersetzt, die als Englischlehrer in Japan arbeiten und in den Schulferien das Land bereisen. Mit ihnen haben wir zwei nette Abende in Kyoto verbracht. An den folgenden Tagen haben wir weiter Kyoto erkundet, sind auf einem Huegel/Berg mit lauter frei lebenden Affen gewesen, haben den Goldenen Tempel besucht und sind auf dem Heimweg aus Versehen auf einem sehr netten Strassenfest gelandet, auf dem ausser uns kaum Touristen waren. Sehr nett. Ach ja, und dann war da noch der Nishiki-Markt, einem traditionellen Markt auf dem man ganz viel leckeren Fisch, aber auch viele merkwuerdige Speisen kaufen kann. Dort haben wir dann noch einen Festumzug gesehen. Auf den ersten Blick erschien dieser wie eine Horde von Karatekaempfern, die merkwuerdige Laute ausstossen. Doch es handelte sich dabei tatsaechlich um einen traditionellen Matsuri-Umzug.
Hier die Fotos aus Kyoto:
Von Kyoto haben wir uns dann auf den Weg nach Yudanaka gemacht, was in der Naehe von Nagano liegt. Mit unserem irre guenstigen aber unfassbar langsamen Bahnticket haben wir wieder einen ganzen Tag verbracht, um dorthin zu gelangen und gefuehlte 50 mal umgestiegen ;) Aber auch diese lange Reise hat sich gelohnt, denn Yudanaka ist ein nettes kleines Dorf, in dem es zwar nicht viel zu sehen gibt, das aber dementsprechend entspannt ist. Das eigentlich Ziel unserer Reise war dabei die Unterkunft, denn wir wollten uns mal zwei Naechte in einem Ryokan - einem traditionellen japanischen Hotel - goennen. Die Zimmer waren mit Tatami-Matten ausgelegt, auf dem das Bett (zwei Matratzen auf dem Boden) hergerichtet wurde. Es gab einen kleinen Tisch, an dem man auf dem Boden sitzend Tee trinken konnte und fuer jeden von uns eine Yukata (aehnlich wie ein Kimono), die wir morgens zum Fruehstueck und abends nach dem Baden im Onsen anziehen konnten. Das Ehepaar, dass das Ryokan gefuehrt hat, war super nett, hat uns ueberall hingefahren und sich ruehrend um uns gesorgt. Von ihnen haben wir auch den Tipp bekommen, am Abend unserer Anreise zu einem Sommerfest zu gehen. Ein Fest, wie wir es von deutschen Doerfern kennen: Die Einwohner versammeln sich auf dem Marktplatz, essen, trinken und unterhalten sich. Der Unterschied zu deutschen Festen: Es wird Karaoke gesungen, die Leute sind am Ende nicht alle voll und um 21 Uhr ist Zapfenstreich ;) Ach ja, und es wird im tradionellen Tanz um die Tribuene getanzt, was wir auch gemacht haben und dafuer an der Tombola teilnehmen durften. Bei der Tombola haben wir leider nichts gewonnen, die nette Frau die englisch konnte und uns gesagt haette, wenn unsere Nummer gezogen worden waere, hat uns zum Trost aber ihren Preis ueberlassen : Eine Tuete mit kleinen Gurken :) Sehr niedlich. In Yudanaka sind wir ausserdem auch wieder auf einen Affenberg gestiegen und haben uns Affen angesehen, die in heissen Quellen baden und sich ueberhaupt nicht um Menschen scheren, weshalb man sehr nah an die Tiere herankommt. Am letzten Abend sind wir dann nochmal in ein draussen liegendes Onsen gefahren - Rotemburo genannt - dass auf einem Berg liegt und von dem aus man sich den Sonnenuntergang ansehen und ueber Nagano schauen kann. Schon sehr nett, draussen bei kuehlen 20 Grad im 50 Grad heissen Wasser zu baden. Anschliessend sind wir dann noch mit Matt aus Colorado, USA, der mit uns im Bad war, essen gewesen und hatten einen sehr netten Abend. Matt, der japanisch studiert hat uns die verschiedenen Alphabete (es gibt drei, eines mit mehr als 30.000 Zeichen) erklaert und wir haben uns ueber Japan ausgetauscht.
Hier die Fotos aus Yudanaka:
Japan war wirklich klasse. Tokio ist einfach nur verrueckt, Kyoto eine sehr lebenswerte Stadt, in der man viel der japanischen Kultur mitbekommt und in Yudanaka und Kawaguchiko haben wir Japan von seiner laendlichen Seite kennengelernt. Die Japaner sind supernett, haben aber auch kraeftig einen an der Klatsche ;) Es gebe noch so viel mehr an sich und vor allem noch so viel mehr merkwuerdiges ueber Japan zu berichten, aber das wuerde den Rahmen sprengen. Wir koennen nur sagen, Japan ist definitv eine Reise wert, ganz egal ob jung oder alt. Unseren letzten Abend haben wir dann nochmal in Tokio-Asakusa verbracht bevor wir uns am naechsten Tag nach L.A. aufgemacht haben. Ein sehr merkwuerdiger Flug, denn wir sind um 16 Uhr in Tokio losgeflogen und nach einer Flugzeit von 10 Stunden um 10 Uhr in L.A. angekommen - allerdings am selben Tag. Wir sind also quasi in die Vergangenheit geflogen und hatten mit 40 Stunden den wohl laengsten Tag unseres Lebens. Aber dazu naechstes Mal mehr.
Viele liebe Gruesse aus inzwischen Quito, Ecuador.
Kerstin & Arne
For our english speaking friends:
It's been a long time because we did a lot of couchsurfing in California we couldn't find much time to write our blog. But finally here's our post about Japan, where we had a really good time. We started in Tokyo where we couchsurfed at a place of a japanese guy called Yuji. He's well travelled and he likes to have foreigners around him. That's probably the reason why he's hosting travellers everyday. He actually hosted around 1500 people in 2 years. Sounds like a strange idea and it definitely is. We slept in the kitchen on some blankets because we were 8 people plus Yuji in a 60 squaremeter flat. It wasn't the most comfortable accomodation we had so far but we had good fun because Yuji is a very kind person and we met many nice people. We spent the most time with Andres from Spain and Dave from the Isle of Man in UK. It was a weird experience which made Tokio even weirder than it is already. Tokyo is an amazing place with it's 18 Million people living there. On the first day saw the Imperial Palace and some nice japanese gardens as well as a traditional Matsuri - a japanese celebration where we saw some geisha performances. In the evening we celebrated Alisha's birthday, who was also staying at Yuji's place with some nice food. The next day we explored the marvelous quarter Harajuku which is a shopping paradise for every wallet. There are some trendy but affordable boutiques as well as very impressive flagship stores of Louis Vuitton and Armani. Later on we met Andres to spend a night in the party district Shibuya. Early in the morning we headed to the busy fish market to get the probably best Sushi you can find in the entire world. That night was great. The next evening we went to some arcades, which you can find on almost every corner in Tokyo and played some games before we decided to do some spontaneous Karaoke after a couple of beers :) So we booked a Karaoke box and did the probably worst performances mankind has ever seen. The next day was a sunday and like every sunday people are going crazy in the Yoyogi Park in Harajuku. We've seen Japanese people perfoming Elvis and other people doing weird dancing to entertain all the visitors. Afterwards we headed to Korea Town which is supposed to be the next trendy part of Tokio but actually more famous for it's redlight district. The strange thing is, that male prostitution is more common than female. Because japanese men are working very long hours, the wifes visiting these clubs to speak to other men which cost at least 50 Euros. You can chose the guys from a large billboard in front of the buildings. A very weird thing. Anyway Tokio was a great experience and defintely worth to stay longer. But we wanted to see the real Japan after 5 days in Tokio. So we headed to Kawaguchiko, a small town close to the Mt. Fuji where we did a biking tour and relaxed a bit. After two nights of quietness, good japanese food and some real matresses :) we made our way to Kyoto. Kyoto is totally different to Tokio although there are also 1,5 million people living. Kyoto is the cultural capital of Japan and you can visit a lot of temples and traditional places as well as very neat small streets where you can have tea ceremonies. Overall Kyoto is a very nice place to live we think and very worth to visit. We also went to the Nishiki market where they sell loads of very good fish but also some weird food most people probably wouldn't try. After 4 nights we left Kyoto for Yudanaka, a tiny sleepy village close to Nagano where we actually went to experience two nights in a traditional Ryokan. At these places you sleep on a Tatami floor, have green tea in your room allday and you can take a bath in the evening in an onsen, which is a bath of hot spring water of 50 degrees celsius. For that reason you get Yukata, which is similar to a Kimono. It was very nice to stay there and we also visited a monkey hill and and outside Onsen where we could see the sunset. After that we went back to Tokyo to stay one night in Asakusa before we had this strange flight to L.A.. We started at 4pm in Tokyo and landed at 10am in L.A. the same day. Probably the longest day we've ever had because the 29th of July had 40 hours for us. Overall Japan is a great country and not as expensive as most people probably think. It's hard to get into the language but people are very nice and always try to help even if they've no idea what you want from them ;)
For all the native english speakers who read this blog, it's very worth to apply for english teaching in Japan. Private companies pay very good and during vacations you can travel the country. We met some in guys Kyoto doing that and it's a very efficient and economic way of travel, because you don't have to work too much and get enough time for travelling. Yes, think about Japan, if you like to travel through a terrific country and get clashed with a culture which is very interesting but sometimes very weird as well.
Best wishes.
Cheers.
Arne and Kerstin
Am naechsten Tag haben wir uns dann alleine aufgemacht, um den Stadtteil Harajuku zu erkunden. Der Bezirk, wo die Jugend shoppen geht (Kerstin natuerlich auch :-), in den Hintergassen die abgefahrenste Gebaeude der kleineren Labels stehen und an der Hauptstrasse Omatsemoto die wahren Giganten in architektonisch beeindruckenden Flagshipstores ihre Waren anpreisen. Spaeter haben wir uns dann in Shibuya mit Andres verabredet, um die Nacht in diesem Kneipenviertel zu verbringen, um am naechsten Morgen als erster auf dem weltgroessten Fischmarkt Tsujiki zu sein. Dort haben wir dann das wohl beste Sushi ever gegessen - danke fuer den Tipp Luk - und auch wir haben dafuer gut 30 Euro auf den Tisch gelegt. Aber frischer geht's einfach nicht. Auf dem Rueckweg um 7 Uhr morgens haben wir's dann den Japaner gleich getan und ein kleines Nickerchen in der Bahn gehalten. Echt krass, die koennen einfach immer und ueberall schlafen. Wenn die Haelfte der Leute, die in der Bahn sitzt, schlaeft, ist das absolut nichts ungewoehnliches sondern eher die Normalitaet. Am folgenden Abend konnten wir uns nach der durchzechten Nacht nicht aufraffen nochmal in die Innenstadt zu fahren, also haben wir mit Dave und Andres einen absolut typischen Japanischen Abend verbracht. Zuerst haben wir uns in verschiedenen Spielhallen ausgetobt, bevor wir uns ein privates Karaokezimmer gemietet haben und aus voller Kehle gesungen haben. Und wer Kerstins Sangeskuenste kennt, weiss, das es gut war unter sich zu sein ;-). Zum Abschied von Tokio haben wir uns noch einen entspannten Sonntagnachmitag im Yoyogi-Park gegoennt, in dem man allerhand kuriose Gestalten beobachten kann (leider hat uns an diesem Tag der Akku userer Kamera im Stich gelassen, was wirklich sehr schade war): ein Dutzend asiatischer Elvise tanzte, rosa Menschen-Kanninchen huepften, andere sahen aus wie Puppen. Sehr aufschlussreich. Abends haben wir uns dann noch nach Little Korea aufgemacht, ein Stadtteil, dem neues Kultpotenzial nachgesagt wird. Momentan wimmelt es dort nur so von Lovehotels und Etablissements, wo es allein schon 50 Euro kostet sich ein Stuendchen mit jemandem zu unterhalten. Und man kann an der Tuer quasi von einem Menue waehlen, wer's denn sein soll. Uebrigens ist hier die maennliche Prostitution weitaus bedeutender als die der Frauen. Denn die Japaner sind ja dafuer bekannt unglaublich viel zu arbeiten, deshalb bekommen die Frauen, die oft als Hausfrau daheim bleiben ihre Gatten selten zu Gesicht und gehen sich deshalb andersweitig vergnuegen. In Japan ist das Ganze auch ueberhaupt nicht anruechig, sondern eher normal. Und voll ist es in dieser Stadt und das nicht nur zur Rush Hour oder an der beruehmten Shibuya-Kreuzung, sondern auch in schmalen Gassen und einfach ueberall.
Hier die Fotos aus Tokio
in einigen der Fotogalerien sind auch Videos, also die Fotos am besten per Doppelklick auf picasa ansehen, dort sind dann auch die Videos zu sehen):
Tokio war wirklich irre und wie ein einziger Rausch von Dingen, die man noch nie gesehen hat. Die Groesse dieser Stadt ist einfach unfassbar und wuerde uns auf Dauer hoechstwahrscheinlich wahnsinnig machen. Am Montag haben wir deshalb nach Kawaguchiko aufgemacht, das in der Naehe des Mount Fuji liegt und um einiges ruhiger
ist. Den Fuji bekamen wir leider nur zum Teil zu Gesicht, aber Kawaguchiko war die ideale Entspannung nach dem stressigen Tokio. Nachdem wir am ersten Abend ein wenig durch den Ort gelaufen sind und ein leckeres Hoto (Kuerbissuppe mit Nudeln, Gemuese und Tofu) hatten, haben wir am Abend das Onsen - heisses japanisches Bad (etwa 50 Grad), das eine aehnlich entspannende Wirkung hat wie eine Sauna - genossen, dass in unserem Hotel war. Sehr entspannend und nach den kurzen Naechten in Tokio haben wir geschlafen wie Babies. Am zweiten Tag in Kawaguchiko haben wir eine Fahrradtour durch die Landschaft gemacht und uns die vielen Berge und Seen angeschaut. Ein netter Ausflug, denn in Kawaguchiko war es nur 20 Grad und angenehm kuehl nach dem schwuelen Tokio. Witzig ist, dass Japan ausserhalb von Tokio starke Ahnlichkeit mit Sueddeutschland hat. Seen und Berge, gepflegte Gaerten, saubere Strassen und sogar einige Haeuser und Hotels sahen aus wie im Schwarzwald.
Hier die Fotos aus Kawaguchiko:
Nach zwei Tagen 'auf dem Land' hatten wir genug Ruhe und machten uns auf den Weg nach Kyoto - der kulturellen Hauptstadt Japans. Da wir fuer unsere Reise durch Japan ein Schnaeppchen-Ticket gebucht haben, durften wir allerdings keine schnellen Zuege nehmen, weshalb wir mit lokalen Bummelzuegen nach Kyoto gefahren sind, was etwa 10 Stunden gedauert hat. Endlich angekommen wurden wir aber von einer extrem netten Stadt begruesst, die zwar auch anderthalb Millionen Leute beherbergt, aber gegen Tokio wie eine Kleinstadt wirkt. In der Tat kann man hier das echte Japan sehen, dass zwar weniger aufregend ist, aber auch seinen Reiz hat. Sehr entspannt, nette kleine Gassen mit schoenen japanischen Lokalen und Pubs und vor allem Tempeln ohne Ende. Nicht, dass wir auf unserer Reise durch Asien bisher keine Tempel gesehen haetten, aber in Kyoto muss man sich diese einfach anschauen. Ausserdem liegen die meisten in einem Viertel, in dem einem auch mal eine Geisha ueber den Weg laeuft, man mit Rikschas fahren kann und es unfassbar nette kleine Gassen gibt, in man denen Teetrinken und traditionell japanisch essen kann. Zudem lernt man hier viel ueber die japanischen Kultur, Religion und Traditionen. Am ersten Abend haben wir eine Mutter mit ihren Soehnen aus L.A. im Hostel kennen gelernt, die zwar sehr nett aber auch sehr merkwuerdig waren. Ein Vorgeschmack auf Kalifornien: Sie waren super-oeko, sahen aus wie die Kelly Family und der juengste Sohn hiess Storm - alles klar, oder? Zum Glueck sind sie aber am naechsten Tag schon wieder verschwunden und wurden durch Dave, James und Linda aus England sowie Kirsten aus Washington D.C. ersetzt, die als Englischlehrer in Japan arbeiten und in den Schulferien das Land bereisen. Mit ihnen haben wir zwei nette Abende in Kyoto verbracht. An den folgenden Tagen haben wir weiter Kyoto erkundet, sind auf einem Huegel/Berg mit lauter frei lebenden Affen gewesen, haben den Goldenen Tempel besucht und sind auf dem Heimweg aus Versehen auf einem sehr netten Strassenfest gelandet, auf dem ausser uns kaum Touristen waren. Sehr nett. Ach ja, und dann war da noch der Nishiki-Markt, einem traditionellen Markt auf dem man ganz viel leckeren Fisch, aber auch viele merkwuerdige Speisen kaufen kann. Dort haben wir dann noch einen Festumzug gesehen. Auf den ersten Blick erschien dieser wie eine Horde von Karatekaempfern, die merkwuerdige Laute ausstossen. Doch es handelte sich dabei tatsaechlich um einen traditionellen Matsuri-Umzug.
Hier die Fotos aus Kyoto:
Von Kyoto haben wir uns dann auf den Weg nach Yudanaka gemacht, was in der Naehe von Nagano liegt. Mit unserem irre guenstigen aber unfassbar langsamen Bahnticket haben wir wieder einen ganzen Tag verbracht, um dorthin zu gelangen und gefuehlte 50 mal umgestiegen ;) Aber auch diese lange Reise hat sich gelohnt, denn Yudanaka ist ein nettes kleines Dorf, in dem es zwar nicht viel zu sehen gibt, das aber dementsprechend entspannt ist. Das eigentlich Ziel unserer Reise war dabei die Unterkunft, denn wir wollten uns mal zwei Naechte in einem Ryokan - einem traditionellen japanischen Hotel - goennen. Die Zimmer waren mit Tatami-Matten ausgelegt, auf dem das Bett (zwei Matratzen auf dem Boden) hergerichtet wurde. Es gab einen kleinen Tisch, an dem man auf dem Boden sitzend Tee trinken konnte und fuer jeden von uns eine Yukata (aehnlich wie ein Kimono), die wir morgens zum Fruehstueck und abends nach dem Baden im Onsen anziehen konnten. Das Ehepaar, dass das Ryokan gefuehrt hat, war super nett, hat uns ueberall hingefahren und sich ruehrend um uns gesorgt. Von ihnen haben wir auch den Tipp bekommen, am Abend unserer Anreise zu einem Sommerfest zu gehen. Ein Fest, wie wir es von deutschen Doerfern kennen: Die Einwohner versammeln sich auf dem Marktplatz, essen, trinken und unterhalten sich. Der Unterschied zu deutschen Festen: Es wird Karaoke gesungen, die Leute sind am Ende nicht alle voll und um 21 Uhr ist Zapfenstreich ;) Ach ja, und es wird im tradionellen Tanz um die Tribuene getanzt, was wir auch gemacht haben und dafuer an der Tombola teilnehmen durften. Bei der Tombola haben wir leider nichts gewonnen, die nette Frau die englisch konnte und uns gesagt haette, wenn unsere Nummer gezogen worden waere, hat uns zum Trost aber ihren Preis ueberlassen : Eine Tuete mit kleinen Gurken :) Sehr niedlich. In Yudanaka sind wir ausserdem auch wieder auf einen Affenberg gestiegen und haben uns Affen angesehen, die in heissen Quellen baden und sich ueberhaupt nicht um Menschen scheren, weshalb man sehr nah an die Tiere herankommt. Am letzten Abend sind wir dann nochmal in ein draussen liegendes Onsen gefahren - Rotemburo genannt - dass auf einem Berg liegt und von dem aus man sich den Sonnenuntergang ansehen und ueber Nagano schauen kann. Schon sehr nett, draussen bei kuehlen 20 Grad im 50 Grad heissen Wasser zu baden. Anschliessend sind wir dann noch mit Matt aus Colorado, USA, der mit uns im Bad war, essen gewesen und hatten einen sehr netten Abend. Matt, der japanisch studiert hat uns die verschiedenen Alphabete (es gibt drei, eines mit mehr als 30.000 Zeichen) erklaert und wir haben uns ueber Japan ausgetauscht.
Hier die Fotos aus Yudanaka:
Japan war wirklich klasse. Tokio ist einfach nur verrueckt, Kyoto eine sehr lebenswerte Stadt, in der man viel der japanischen Kultur mitbekommt und in Yudanaka und Kawaguchiko haben wir Japan von seiner laendlichen Seite kennengelernt. Die Japaner sind supernett, haben aber auch kraeftig einen an der Klatsche ;) Es gebe noch so viel mehr an sich und vor allem noch so viel mehr merkwuerdiges ueber Japan zu berichten, aber das wuerde den Rahmen sprengen. Wir koennen nur sagen, Japan ist definitv eine Reise wert, ganz egal ob jung oder alt. Unseren letzten Abend haben wir dann nochmal in Tokio-Asakusa verbracht bevor wir uns am naechsten Tag nach L.A. aufgemacht haben. Ein sehr merkwuerdiger Flug, denn wir sind um 16 Uhr in Tokio losgeflogen und nach einer Flugzeit von 10 Stunden um 10 Uhr in L.A. angekommen - allerdings am selben Tag. Wir sind also quasi in die Vergangenheit geflogen und hatten mit 40 Stunden den wohl laengsten Tag unseres Lebens. Aber dazu naechstes Mal mehr.
Viele liebe Gruesse aus inzwischen Quito, Ecuador.
Kerstin & Arne
For our english speaking friends:
It's been a long time because we did a lot of couchsurfing in California we couldn't find much time to write our blog. But finally here's our post about Japan, where we had a really good time. We started in Tokyo where we couchsurfed at a place of a japanese guy called Yuji. He's well travelled and he likes to have foreigners around him. That's probably the reason why he's hosting travellers everyday. He actually hosted around 1500 people in 2 years. Sounds like a strange idea and it definitely is. We slept in the kitchen on some blankets because we were 8 people plus Yuji in a 60 squaremeter flat. It wasn't the most comfortable accomodation we had so far but we had good fun because Yuji is a very kind person and we met many nice people. We spent the most time with Andres from Spain and Dave from the Isle of Man in UK. It was a weird experience which made Tokio even weirder than it is already. Tokyo is an amazing place with it's 18 Million people living there. On the first day saw the Imperial Palace and some nice japanese gardens as well as a traditional Matsuri - a japanese celebration where we saw some geisha performances. In the evening we celebrated Alisha's birthday, who was also staying at Yuji's place with some nice food. The next day we explored the marvelous quarter Harajuku which is a shopping paradise for every wallet. There are some trendy but affordable boutiques as well as very impressive flagship stores of Louis Vuitton and Armani. Later on we met Andres to spend a night in the party district Shibuya. Early in the morning we headed to the busy fish market to get the probably best Sushi you can find in the entire world. That night was great. The next evening we went to some arcades, which you can find on almost every corner in Tokyo and played some games before we decided to do some spontaneous Karaoke after a couple of beers :) So we booked a Karaoke box and did the probably worst performances mankind has ever seen. The next day was a sunday and like every sunday people are going crazy in the Yoyogi Park in Harajuku. We've seen Japanese people perfoming Elvis and other people doing weird dancing to entertain all the visitors. Afterwards we headed to Korea Town which is supposed to be the next trendy part of Tokio but actually more famous for it's redlight district. The strange thing is, that male prostitution is more common than female. Because japanese men are working very long hours, the wifes visiting these clubs to speak to other men which cost at least 50 Euros. You can chose the guys from a large billboard in front of the buildings. A very weird thing. Anyway Tokio was a great experience and defintely worth to stay longer. But we wanted to see the real Japan after 5 days in Tokio. So we headed to Kawaguchiko, a small town close to the Mt. Fuji where we did a biking tour and relaxed a bit. After two nights of quietness, good japanese food and some real matresses :) we made our way to Kyoto. Kyoto is totally different to Tokio although there are also 1,5 million people living. Kyoto is the cultural capital of Japan and you can visit a lot of temples and traditional places as well as very neat small streets where you can have tea ceremonies. Overall Kyoto is a very nice place to live we think and very worth to visit. We also went to the Nishiki market where they sell loads of very good fish but also some weird food most people probably wouldn't try. After 4 nights we left Kyoto for Yudanaka, a tiny sleepy village close to Nagano where we actually went to experience two nights in a traditional Ryokan. At these places you sleep on a Tatami floor, have green tea in your room allday and you can take a bath in the evening in an onsen, which is a bath of hot spring water of 50 degrees celsius. For that reason you get Yukata, which is similar to a Kimono. It was very nice to stay there and we also visited a monkey hill and and outside Onsen where we could see the sunset. After that we went back to Tokyo to stay one night in Asakusa before we had this strange flight to L.A.. We started at 4pm in Tokyo and landed at 10am in L.A. the same day. Probably the longest day we've ever had because the 29th of July had 40 hours for us. Overall Japan is a great country and not as expensive as most people probably think. It's hard to get into the language but people are very nice and always try to help even if they've no idea what you want from them ;)
For all the native english speakers who read this blog, it's very worth to apply for english teaching in Japan. Private companies pay very good and during vacations you can travel the country. We met some in guys Kyoto doing that and it's a very efficient and economic way of travel, because you don't have to work too much and get enough time for travelling. Yes, think about Japan, if you like to travel through a terrific country and get clashed with a culture which is very interesting but sometimes very weird as well.
Best wishes.
Cheers.
Arne and Kerstin
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